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Lockerbie-Anschlag: Libyen stimmt Entschädigung für Hinterbliebene zu

15 Jahre nach dem Anschlag auf eine Pan-Am-Maschine über dem schottischen Ort Lockerbie hat Libyen seine Verstrickung in das Attentat eingeräumt und zahlt den Angehörigen der 270 Todesopfer eine Entschädigung in Milliarden-Höhe.

Libyen hat seine Verstrickung in das Flugzeug- Attentat von Lockerbie eingeräumt und ist zur Zahlung von 1,7 Milliarden Pfund (2,4 Milliarden Euro) an die Hinterbliebenen der 270 Todesopfer bereit. Das Ergebnis sei in elfstündigen Verhandlungen zwischen Vertretern Großbritanniens, der USA und Libyens in der britischen Hauptstadt erzielt worden, sagten die Anwälte der betroffenen Familien am Donnerstag in London.

Aufhebung der Sanktionen möglich

Mit der Einigung über eine der höchsten Entschädigungszahlungen in der Geschichte wird der Weg zur Aufhebung von Sanktionen der Vereinten Nationen und der USA gegen Libyen geebnet. Sie waren nach dem Sprengstoffanschlag auf eine Passagiermaschine der Fluggesellschaft PanAm über der schottischen Ortschaft Lockerbie im Jahr 1988 verhängt worden. Nach einem Urteil schottischer Richter war der libysche Geheimdienst für die Tat verantwortlich.

Libyen übernimmt Verantwortung

Eine erste Entschädigungssumme in Höhe von rund 950 Millionen Euro soll bereits in der kommenden Woche ausgezahlt werden, wenn der Weltsicherheitsrat wie erwartet die Aufhebung der Sanktionen verkünden will. Libyen hat sich zudem verpflichtet, in einem Brief an den UN-Sicherheitsrat offiziell die Verantwortung für den Anschlag zu übernehmen. Das restliche Geld soll freigegeben werden, wenn die USA innerhalb der nächsten acht Monate ihre einseitig verhängten Sanktionen aufheben und Libyen von ihrer Liste derjenigen Länder streichen, die den Terrorismus unterstützen.