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Lukaschenko beleidigt Westerwelle: "Lieber Diktator sein als schwul"

Das lässt tief blicken: Weißrusslands autoritärer Präsident Lukaschenko hat nach neuen EU-Sanktionen gegen sein Land Außenminister Guido Westerwelle verbal angegriffen. Er sei lieber Diktator als schwul, erklärte der umstrittene Machthaber.

Seinen Kritikern in der Europäischen Union hat der autoritär regierende weißrussische Staatschef Alexander Lukaschenko am Sonntag einmal mehr Einblick in sein Weltbild gewährt: "Ich sage mir, lieber Diktator sein als schwul", sagte er bei einem Wintersportwettbewerb in Anspielung auf Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP). Lukaschenko hatte Homosexuelle in der Vergangenheit bereits mehrmals als "abartig" beschimpft. Dass er sich selbst als Diktator bezeichnet ist allerdings neu.

Lukaschenko ist seit 1994 an der Macht und regiert die ehemalige Sowjetrepublik mit harter Hand. Mehrfach hat er Proteste der Opposition gewaltsam niederschlagen lassen. Erst am Dienstag hatte die EU deshalb weitere Sanktionen gegen das Land verhängt. Minsk wies daraufhin die Chefin der EU-Mission, Maira Mora, und den polnischen Botschafter Leszek Szarepka aus. Als Reaktion berief die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton alle EU-Botschafter zu "Konsultationen" aus Minsk zurück. Derzeit stehen 229 Weißrussen auf einer Liste von Personen, die in der EU kein Visum erhalten.

Westerwelle bezeichnete Lukaschenko in diesem Zusammenhang am Mittwoch als "letzten Diktator Europas". Es ist nicht das erste Mal, dass Lukaschenko den Minister öffentlich wegen dessen Homosexualität angreift. Im Februar 2011 hatte er ihm nach eigenen Angaben "Auge in Auge" geraten, ein "normales Leben" zu führen. Bei dem Vorfall war auch Sikorski anwesend. Lukaschenko entschuldigte sich später zwar, betonte aber, Schwule nicht leiden zu können.

cjf/AFP/DPA/Reuters/DPA/Reuters