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Machtverteilung: Einigung in Simbabwe in Sicht

In Simbabwe scheint ein Durchbruch bei den Gesprächen über die Machtverteilung in greifbarer Nähe. Die Konfliktpartner sollen sich auf Amtsinhaber Robert Mugabe als repräsentativen Präsidenten und seinen Rivalen Morgan Tsvangirai als Ministerpräsidenten geeinigt haben. Unterdessen droht dem afrikanischen Staat eine Hungersnot.

Bei den Verhandlungen über eine Aufteilung der Macht in Simbabwe steht laut Medienberichten ein Durchbruch bevor. Die südafrikanische Zeitung "The Star" berichtet unter Berufung auf einen 50-seitigen Vertragsentwurf, die Konfliktparteien hätten sich auf Amtsinhaber Robert Mugabe als repräsentativen Präsidenten und Morgan Tsvangirai, Chef der oppositionellen Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC), als Ministerpräsidenten geeinigt. Tsvangirai würde bis zu den geplanten Neuwahlen eine Übergangsregierung führen. Unterdessen warnte das internationale Rote Kreuz vor einer Hungersnot in dem afrikanischen Krisenstaat.

Mugabe und Tsvangirai wollen laut "Star" am Donnerstag in Gegenwart des südafrikanischen Präsidenten Thabo Mbeki diese Kompromisslösung beraten, die auch eine Generalamnestie für politische Straftaten vorsehe. Davon würde auch Mugabe bei einem Abtritt von der Macht profitieren. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür zunächst nicht.

Die Gespräche, bei denen es um eine Lösung für die nach den Parlaments- und Präsidentenwahlen in diesem Frühjahr entbrannte politische Krise im Land geht, waren erst am Sonntagabend nach fünftägiger Unterbrechung wieder aufgenommen worden. Sie drohen von einer Hungersnot in dem von Hyperinflation und Massenarmut geprägten Krisenstaat überschattet zu werden. Es sollen daher 17 Millionen Euro zusätzliche Hilfe für die Notleidenden bereitgestellt werden, teilte die Internationale Föderation des Roten Kreuzes und Roten Halbmondes (IFRC) in Genf mit. Für die kommende Winterernte sei in dem Land mit sehr schlechten Erträgen zu rechnen.

Schon jetzt litten mehr als zwei Millionen Menschen an Hunger oder medizinischer Unterversorgung. Die Zahl der Notleidenden könne sich bis zum Ende des Jahres auf über fünf Millionen erhöhen. Dies entspräche fast der Hälfte der Bevölkerung, hieß es.

Bisher betreuten die Hilfsorganisationen des IFRC rund 260.000 Menschen in dem Land, sagte der Koordinator des Hilfsprogramms, John Roche. Dabei handele es sich um Waisen, chronisch Kranke und andere Hilfsbedürftige. "Angesichts der sich verschärfenden Versorgungslage wollen wir die Hilfe in den kommenden sechs bis neun Monaten ausweiten und dabei weiterhin auch mit anderen Hilfsorganisationen zusammenarbeiten", sagte Roche. Der schnelle Import von Nahrungsmitteln sei eine der dringendsten Maßnahmen.

DPA / DPA