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Madrid-Anschläge: Spanische Polizei findet Bombenwerkstatt der Terroristen

Die spanische Polizei hat offenbar das Haus gefunden, in dem die Bomben für die Anschläge vom 11. März in Madrid gebaut wurden.

Die spanische Polizei hat offenbar das Haus gefunden, in dem die Bomben für die Anschläge vom 11. März in Madrid gebaut wurden. Ermittler hätten in einem Haus in Henares 30 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Zünder und Spuren des eingesetzten Sprengstoffs sowie Fingerabdrücke von zwei Verdächtigen entdeckt, hieß es in den Medienberichten vom Samstag. Nach Angaben eines französischen Privatdetektivs soll der Jordanier Abu Musab el Sarkawi der Drahtzieher des Terroranschlags gewesen sein.

Fingerabdrücke der Hauptverdächtigen gefunden

Der Radiosender Onda Cero berichtete, die Ermittler hätten in dem Haus Fingerabdrücke von Jamal Zougam und Abderrahim Zbakh gefunden. Die beiden Marokkaner gelten als Hauptverdächtige und wurden kurz nach den Anschlägen festgenommen. Den Berichten zufolge stieß die Polizei schon vor einer Woche auf das in Feldern gelegene Haus. Dort sollen die Sprengsätze vorbereitet und in Rucksäcke verpackt worden sein. Sie explodierten später in vier Nahverkehrszügen und töteten 190 Menschen, mehr als 1.800 Menschen wurden verletzt. Eine Bestätigung der Behörden zu dem Bericht lag zunächst nicht vor.

Dem Jordanier El Sarkawi werden Beziehungen zur Terrororganisation El Kaida nachgesagt, er steht zudem im Verdacht, in Irak ein Terrornetz aufgebaut zu haben. Der französische Ermittler Jean-Charles Brisard sagte der Nachrichtenagentur AP am Freitag in einem Telefongespräch, er habe aus Kreisen der spanischen Behörden erfahren, dass einige der Verdächtigen vor den Anschlägen Kontakt mit El Sarkawi hatten. "Sie glauben jetzt, das El Sarkawi der Drahtzieher war", sagte Brisard. Das spanische Innenministerium wollte zu den Angaben nicht Stellung nehmen: "Die Ermittlungen befinden sich in einer kritischen Phase."

Bislang 21 Personen vernommen

Bislang wurden in Spanien 21 Personen in Zusammenhang mit den Anschlägen festgenommen, zumeist Marokkaner. Gegen sechs der Verdächtigen wurde Haftbefehl wegen Massenmordes und der Zugehörigkeit zu einer terroristischen Gruppe erlassen, gegen weitere sechs wegen Beihilfe.

In Deutschland wurde ein Ermittlungsverfahren gegen einen 28-jährigen Marokkaner eingeleitet. Im Zusammenhang mit dem Fall wurde am Donnerstagabend eine Wohnung in Darmstadt durchsucht. Gegen den Mann, der sich in Spanien in Haft befindet, wird wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung ermittelt.

Auch in Marokko wurden erstmals mehrere Verdächtige inhaftiert. Die Festnahmen erfolgten nach Angaben eines Regierungssprechers vom Freitag im Norden des Landes.

AP