Mangelnde Aussöhnung Bush rückt von irakischer Regierung ab

Der Ton zwischen der USA und der irakischen Regierung wird rau: Fast unverhohlen ruft US-Präsident George W. Bush die Iraker auf, eine neue Führung zu wählen. Ministerpräsident Nuri al Maliki habe zuwenig für die Versöhnung von Sunniten und Schiiten getan.

US-Präsident George W. Bush hat sich reserviert über die Leistungen der irakischen Regierung unter Ministerpräsident Nuri al Maliki geäußert. Bagdad müsse sich um die Hoffnungen der Menschen auf eine Aussöhnung zwischen den Volksgruppen kümmern, forderte Bush auf dem Gipfeltreffen der nordamerikanischen Regierungschefs im kanadischen Montebello. "Wenn die Regierung den Forderungen der Menschen nicht nachkommt, werden sie die Regierung auswechseln", so der US-Präsident. Diese Entscheidung stehe aber nur den Irakern zu, nicht den USA.

Wenige Wochen vor der Veröffentlichung seines Fortschrittsbericht über die Lage in dem Golfstaat sagte US-Botschafter Ryan Crocker, die Regierung von Ministerpräsident al Maliki habe eine extrem enttäuschende Bilanz vorzuweisen. "Wir erwarten Ergebnisse, wie übrigens auch das irakische Volk, und unsere Unterstützung ist kein Blankoscheck", so Crocker an die Adresse Malikis.

Der Fortschrittsbericht zum Irak soll dem US-Kongress in der ersten Septemberhälfte vorgelegt werden. Mitautor des Berichts ist neben Crocker US-General David Petraeus. Das Papier gilt als wichtige Weichenstellung für das weitere Vorgehen in dem kriegsgebeutelten Land. Die Demokraten im US-Kongress fordern einen Abzug der derzeit etwa 160.000 US-Soldaten im Irak, was Präsident Bush jedoch vehement ablehnt.

Der demokratische Vorsitzende des Streitkräfteausschusses im US-Senat, Carl Levin, hatte am Vortag gefordert, dass das irakische Parlament al Maliki absetzen soll. Der Regierungschef in Bagdad wird unter anderem dafür kritisiert, den andauernden Spannungen zwischen Sunniten und Schiiten nicht wirksam entgegenzutreten. Außerdem soll er seine Glaubensbrüder, die Schiiten, begünstigen.

Reuters/DPA DPA Reuters

Mehr zum Thema



Newsticker