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Medwedew besucht Komorowski Tauwetter in den russisch-polnischen Beziehungen


Polen und Russland wollen nach jahrelangen Spannungen die Streitfragen aus der Vergangenheit überwinden und ihre Beziehungen normalisieren.

Polen und Russland haben am Montag mehrere Verträge über eine engere Zusammenarbeit geschlossen. Beim ersten offiziellen Besuch eines russischen Präsidenten in Warschau seit acht Jahren vereinbarten Dmitri Medwedew und sein polnischer Kollege Bronislaw Komorowski Kooperationen in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Kultur. Konkret ging es nach offiziellen Angaben um Handels- und Infrastrukturprojekte, aber auch um Programme zum Jugendaustausch sowie um Pläne für ein Mahnmal für die bei einem Flugzeugunglück in Russland ums Leben gekommenen polnischen Politiker.

Bereits vor dem Treffen in Warschau hatte sich der polnische Präsident zuversichtlich über die Entwicklung der lange Zeit schwierigen Beziehungen der beiden Länder geäußert. "Ich bin überzeugt, dass wir ein neues Kapitel der polnisch-russischen Zusammenarbeit aufschlagen und die Versöhnung vorantreiben werden", sagte Komorowski am Freitag. Zugleich warnte der polnische Präsident vor allzu großen Erwartungen: "Das wird nicht alles bei einem einzigen Besuch passieren, wir haben noch einen langen Weg vor uns."

Auf der Tagesordnung des Gipfels stehen gleich mehrere brisante Themen: Der Kreml war empört, als sich Polen den USA als Standort für eine Raketenabwehr anbot. Umgekehrt war der Unmut in Warschau groß, als Russland mit Deutschland über die Köpfe der Polen hinweg den Bau der Ostsee-Pipeline aushandelte. Aktuell gibt es Streit um die schleppende Untersuchung des Absturzes der polnischen Präsidentenmaschine im westrussischen Smolensk im April. Für Spannung sorgte bis zuletzt auch der Umgang mit einem Massaker an 22.000 polnischen Offizieren durch die sowjetische Geheimpolizei im Zweiten Weltkrieg.

Reuters/DPA DPA Reuters

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