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Menschenrechtsverletzungen: Human Rights Watch kritisiert libysche Rebellen

Sie kämpfen gegen das Unrechtsregime von Muammar al Gaddafi und überschreiten dabei offenbar selbst die Grenzen des Erlaubten: Libysche Rebellen sollen Plünderungen, Brandstiftungen und Gewalttaten gegen Zivilisten begangen haben. Die Aufständischen weisen die Vorwürfe zurück.

Die Organisation Human Rights Watch wirft den libyschen Rebellen Menschenrechtsverletzungen bei ihrem Vormarsch auf Tripolis vor. Einheiten der Aufständischen hätten einige Häuser angezündet sowie Wohnungen, Geschäfte und Krankenhäuser geplündert, erklärte Human Rights Watch am Mittwoch in der Rebellen-Hochburg Bengasi. Außerdem sollen sie einige Menschen geschlagen haben, die angeblich die Regierungstruppen unterstützt hätten. Die Vorfälle sollen sich in den Monaten Juni und Juli bei der Offensive der Aufständischen im Nafusa-Gebirge südlich von Tripolis ereignet haben.

Die Regierungsgegner wiesen die Anschuldigungen zurück. Es habe "einige Vorfälle" und Menschenrechtsverletzungen in den ersten Wochen des seit Mitte Februar andauernden Aufstands gegeben, räumte Rebellenführer Mahmud Dschibril bei einem Besuch in Brüssel ein. Dies sei jedoch "in befreiten Zonen nicht mehr der Fall."

Mitarbeiter hätten solche Vorfälle selbst beobachtet, erklärte dagegen die Menschenrechtsorganisation auf ihrer Webseite. Sie hätte Zeugen befragt und mit einem Rebellenkommandeur gesprochen. Der Oberst habe zugegeben, dass es Übergriffe gegeben habe. Dabei seien Befehle für die Rebellenstreitkräfte missachtet worden. Er verwies darauf, dass einige Leute bestraft worden seien. Er habe jedoch nicht gesagt, um wie viele Menschen es sich gehandelt habe und um welche Delikte es gegangen sei, hieß in der Mitteilung von Human Rights Watch.

"Die Oppositionsführer sollten alle Misshandlungen durch Rebellen stoppen und bestrafen", forderte der stellvertretende Direktor von Human Rights Watch für den Nahen Osten und Nordafrika, Joe Stork. Die Rebellenführer hätten die Pflicht, Zivilisten und ihr Eigentum zu schützen.

mad/DPA/AFP / DPA