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Tote Kinder und Jugendliche: US-Zeitung macht mit bewegender Aktion auf eine sehr erschreckende Zahl aufmerksam

Vor einem Jahr tötete ein Amokschütze 17 Menschen an einer Schule in Florida. Doch tagtäglich sterben junge Menschen in den USA durch Kugeln. Der "Miami Herald" erinnert daran.

Ein mit der US-amerikanischen Flagge verziertes Sturmgewehr

Ein Mann hält sein mit der US-amerikanischen Flagge verziertes Sturmgewehr bei einer Demonstration für das Recht auf Waffenbesitz hoch

DPA

Vor rund einem Jahr am Valentinstag marschierte der 19-jährige Nikolas Cruz mit einem Sturmgewehr durch die Marjory Stoneman Douglas Highschool in Parkland, Florida. Er tötete 14 Mitschüler und drei Lehrkräfte. Es war nur eines von vielen Schulmassakern in den vergangenen Jahrzehnten in den USA, wenngleich eines der verheerendsten. Zahlreiche Proteste folgten, es gab Demonstrationen für schärfere Gesetze. Doch geändert hat sich seitdem wenig. Das zeigt auch eine aktuelle Aktion des "Miami Herald", einer großen Zeitung in Florida. Waffengewalt ist in den USA ein alltägliches Problem. Immer wieder sterben auch junge Menschen durch Kugeln. Fast 1200 Kinder und Jugendliche starben in dem Jahr seit Parkland durch Kugeln, berichtet das Blatt am Wochenende.

Den genau 1157 Todesopfern durch Schusswaffen, die 18 Jahre oder jünger waren, widmete das Blatt eine komplette Titelseite. Sie zeigten Bilder der Kinder und Jugendlichen, ließen zahlreiche Nachwuchsjournalisten aus den Schulen quer durch die USA kleine Porträts zu den Opfern recherchieren. Im Netz gedenkt der "Herald" den Toten mit einer eigenen Webseite. Auf sinceparkland.org finden sich die Bilder und Texthappen zu den einzelnen Opfern. "1200 Geschichten über die Leben, die sie gelebt haben", heißt es dort. 

Mehr als 80 Babys und Kleinkinder unter Opfern

Die zahlreichen Opfer sind dort nochmal in Unterkategorien gefasst. So erfährt man etwa, dass mehr als 80 Babys und Kleinkinder in den vergangenen zwölf Monaten durch Waffengewalt starben. Kinder, die die Waffen ihre Eltern fanden, sie für Spielzeug hielten und sich versehentlich ins Gesicht schossen, wie der zweijährige Ke'Anthony. Oder die dreijährige Livia, die in ihrem Bett schlief, als sie durch Kugeln aus einem sogenannten Drive-by-shooting starb, Schüssen aus einem fahrenden Auto.

In einer anderen Kategorie werden mehr als 60 junge Eltern aufgelistet, deren Leben von einer Kugel beendet wurde. Außerdem unterteilt die Webseite unter anderem noch in: mehr als 300 Geschwister, mehr als 200 Athleten und mehr als 30 Künstler.

Die Macher erklären die Idee zu der Recherche auch mit dem Vorwurf, US-Medien würden zwar immer wieder über größere Schusswaffen-Attacken berichten, etwa wie die in Parkland. Die kleineren, aber dafür täglich gegenwärtigen, Ereignisse mit Waffenopfern, bekämen nicht genügend Raum in den Medien. Dagegen soll das Projekt "Since Parkland", seit Parkland, nun antreten. 

Quellen: Miami Herald / Twitter 

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fin