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Donald Trumps Ex-Anwalt: Michael Cohens überraschend emotionale Aussage vor Gericht

Vor Gericht beschreibt Michael Cohen unter Tränen die "persönliche und psychische Gefangenschaft", in der er sich während seiner Tätigkeit für Donald Trump befunden hat. Die Aussagen des Anwalts sind auch ein Angriff auf den US-Präsidenten. 

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Michael Cohen, der frühere Anwalt von US-Präsident Donald Trump, ist zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt worden. Dieses Strafmaß verhängte ein Richter in New York. Verurteilt wurde der 52-Jährige unter anderem wegen Verstößen gegen Gesetze zur Wahlkampffinanzierung, Steuerbetrugs und wissentlicher Falschaussagen gegenüber dem US-Kongress.

Bemerkenswert und in der Deutlichkeit überraschend waren vor allem die Aussagen von Michael Cohen vor Gericht. Sie machten die empfundene Reue des Anwalts deutlich, glichen aber ebenso einem frontalen Angriff auf den US-Präsidenten. Mit schwerer Stimme und teilweise unter Tränen beschrieb Cohen die "blinde" Gefolgschaft, die er Donald Trump leistete. Er habe es früher als seine "Pflicht" betrachtet, Trumps "schmutzige Taten" zu vertuschen.

"Persönliche und psychische Gefangenschaft" unter Donald Trump

Der 52-Jährige habe in "persönlicher und psychischer Gefangenschaft" gelebt, seit er vor mehr als zehn Jahren bei dem von ihm wegen seines "unternehmerischen Scharfsinns" verehrten Immobilienmogul angeheuert hatte. Heute wisse er, dass es "wenig zu bewundern" gegeben habe, attackiert er seinen Ex-Chef.

Cohens Stellungnahme ist stellenweise eine direkte Replik auf den Präsidenten, der ihn seit Monaten wegen seiner Bekenntnisse gegenüber den Ermittlern attackiert. Als "schwache Person" hat Trump seinen langjährigen Wadenbeißer und Ausputzer beschimpft - Cohen kontert, seine "Schwäche" sei seine "blinde Loyalität" zu Trump gewesen.

Lesen Sie hier einige Aussagen von Michael Cohen im Wortlaut 

"Ich stehe demütig vor Ihnen, Euer Ehren, und mir ist schmerzlich bewusst, dass wir heute nur aus einem Grund hier sind, nämlich wegen meiner Taten, für die ich mich schuldig bekannt habe. Ich übernehme die volle Verantwortung für jede Tat, zu der ich mich schuldig bekannt habe: Meine persönlichen und diejenigen, an denen der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika beteiligt war."

"Heute ist der Tag, an dem ich meine Freiheit zurückbekomme, während Sie auf der Richterbank sitzen und über mein Schicksal entscheiden. Ich lebe seit dem schicksalhaften Tag, an dem ich das Angebot angenommen habe, für einen berühmten Immobilienmogul zu arbeiten, dessen unternehmerischen Scharfsinn ich wirklich bewundert habe, in einer persönlichen und psychischen Gefangenschaft. In der Tat weiß ich jetzt, dass es wenig zu bewundern gibt."

"Es war meine eigene Schwäche und eine blinde Loyalität gegenüber diesem Mann, die mich dazu führte, einen Weg der Dunkelheit statt des Lichts zu wählen. Immer und immer wieder sah ich es als meine Pflicht an, seine schmutzigen Taten zu vertuschen."

"Kürzlich twitterte der Präsident ein Statement, in dem er mich als schwach bezeichnete. Und das war richtig, aber aus einem ganz anderen Grund als der, den er meinte. Ich hatte immer wieder das Gefühl, es sei meine Pflicht, seine schmutzigen Taten zu vertuschen."

Cohen entschuldigte sich am Ende bei der Öffentlichkeit: "Sie verdienen es, die Wahrheit zu erfahren, und es war ungerecht, Sie anzulügen."

Quellen: Washington Post, New York Times, CNN

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vit