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Bizarre Weihnachtsgrüße: Republikanische Familie posiert mit Waffen fürs Weihnachtsfoto

Eine US-Familie steht vor einem festlich geschmückten Tannenbaum. "Merry Christmas" steht unter dem Bild. Für die christliche Botschaft haben sich die Angehörigen der Republikanerin Michele Fiore selbst geschmückt. Mit mächtig viel Zündstoff.

Michele Fiore posiert mit ihrer Familie bewaffnet für ein Weihnachtsfoto

Verstörender Anblick: Die Republikanerin Michele Fiore posiert mit ihrere Familie und Waffen vorm Weihnachtsbaum

Auf den ersten Blick könnte man meinen, es handele sich um ein Satire-Foto oder ein Szenenbild aus einer TV-Sitcom. Aber die US-Abgeordnete der Republikaner, Michele Fiore, meint das durchaus Ernst. Fröhlich posierte die 45-Jährige aus dem Bundesstaat Nevada im Kreise ihrer Liebsten für ein Weihnachtsfoto. Bizarr: Jeder Erwachsene auf dem Bild trägt eine Waffe bei sich. Sogar der kleine Enkelsohn hält eine Pistole in der Hand.

Das Foto postete die Politikerin auf Facebook. Dazu schrieb sie : "Es obliegt den Amerikanern Amerika zu beschützen. Wir sind einfach eure amerikanische Durchschnittsfamilie. Mit Liebe und Freiheit, Michele". Der Post erschien am 1. Dezember. Nur wenige Tage nachdem ein bewaffneter Mann in Colorado in einer Abtreibungsklinik drei Menschen getötet und neun weitere verletzt hat.  Der Vorfall löste in den USA erneut eine Diskussion um schärfere Waffengesetze aus. Auch angesichts des jüngsten Amoklaufs in Kalifornien mit 14 Toten kommt das Foto zu einer Unzeit. Auf Twitter erregte die Aufnahme die Gemüter. "Nevadas selbst gezogene Terroristen radikalisieren Kinder und pervertieren die Weihnachtsbotschaft", schreibt einer. "Kein Photoshop. Nur die Weihnachtskarte einer Republikanerin", ein anderer.

Eine Durchschnittsfamilie?

Fiore ist als lautstarke Waffenaktivistin bekannt, die derzeit für den Kongress kandidiert. Im Rahmen ihres Wahlkampfes soll sie sich laut der Nachrichten-Webseite "Mashable" für viele Gesetzentwürfe in ihrem Wahlbezirk stark gemacht haben, die das Tragen von Waffen zur Selbstverteidigung erlauben. Unter anderem auf dem Uni-Campus, in ungesicherten Flughafen-Bereichen, in Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen. 

Die Republikaner sind Präsident Obamas größte Hürde im Kampf um schärfere Waffengesetze. Erst Anfang Oktober, nach einer Schießerei an einem College in Oregon, betonte er, es  "brauche einen Kongress", der zur Zusammenarbeit bereit sei. " Die dort beide Parlamentskammern beherrschenden Republikaner hatten Obamas Anläufe, strengere Waffengesetze durchzusetzen, immer wieder blockiert.

Nach dem jüngsten Amoklauf in Kalifornien mit 14 Toten hat sich jetzt auch die renommierte US-Zeitung "New York Times" für schärfere Waffengesetze ausgesprochen und veröffentlichte zum ersten Mal seit fast hundert Jahren einen Leitartikel zu dem Thema auf ihrer Titelseite.

jek
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