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Milorad Dodik und Bakir Izetbegovic: Bosnien-Herzegowina wählt Spaltung und Versöhnung

Der Wahlausgang in Bosnien-Herzegowina ist so gespalten, wie das Land selbst: Während der gemäßigte Bakir Izetbegovic als Vertreter der Muslime in das dreiköpfige Staatspräsidium einziehen wird, haben sich die Serben für Milorad Dodik entschieden. Dodik setzt sich für eine Abspaltung seines Landesteils ein.

Bei den Wahlen in Bosnien-Herzegowina haben der Muslim Bakir Izetbegovic und der Serbe Milorad Dodik wichtige Siege errungen. Der Sohn des ersten Präsidenten Alija Izetbegovic erzielte nach Auszählung von 72 Prozent der Stimmzettel knapp 35 Prozent und wird als Vertreter der Muslime in das dreiköpfige Staatspräsidium einziehen. Das berichtete die Wahlkommission am Montag in Sarajevo. Die bisherigen Vertreter der Serben (Nebojsa Radmanovic) und Kroaten (Zeljko Komsic) sind nach dem Stand der Auszählung ebenfalls bestätigt worden.

Milorad Dodik wurde in der serbischen Landeshälfte mit gut 53 Prozent zum Präsidenten gewählt, teilte die Wahlkommission nach Auszählung von 73 Prozent der dort abgegebenen Stimmen mit. Seine Sozialdemokraten (SNSD) erreichten danach knapp 45 Prozent der Stimmen und sind auf Koalitionspartner angewiesen. Der bisherige Regierungschef der Republika Srpska ist damit weiter der mit Abstand einflussreichste Politiker im serbischen Landesteil und der große Widersacher der Muslime im ganzen Land.

Dodik hatte vor der Wahl wiederholt angekündigt, seine ohnehin fast komplett selbstständige Landeshälfte weiter gegen den zweiten Landesteil in Stellung zu bringen, der von Muslimen und Kroaten gemeinsam kontrolliert wird. Durch den Wahlausgang dürfte das seit Jahren wegen nationaler Streitigkeiten blockierte Land keinen Ausgang aus dieser Sackgasse finden. Während die Muslime in Bosnien einen Zentralstaat schaffen wollen, hatte Dodik mit einer Abspaltung der serbischen Landeshälfte gedroht und jede Verfassungsreform auf Bundesebene abgelehnt.

DPA / DPA