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Mindestens zwölf Tote: Blutiger Machtkampf nach Präsidentschaftswahl

Blutige Eskalation im Konflikt um das Präsidentenamt in der westafrikanischen Elfenbeinküste: Die Sicherheitskräfte schossen am Donnerstag in der Stadt Abidjan auf Demonstranten, die den staatlichen Fernsehsender besetzen wollten. Mindestens zwölf Anhänger des neu gewählten Präsidenten Alassane Ouattara kamen dabei ums Leben.

In der Elfenbeinküste ist es am Donnerstag abermals zu schweren Ausschreitungen zwischen Anhängern des Oppositionspolitikers Alassane Ouattara und Unterstützern des Amtsinhabers Laurent Gbagbo gekommen. Mindestens drei Menschen kamen ums Leben. Sicherheitskräfte gingen mit Tränengas und Blendgranaten gegen steinewerfende Demonstranten vor.

Ein Reporter der Nachrichtenagentur AP sah in Abidjan auf offener Straße die Leichen von drei Männern, die Schusswunden aufwiesen. Mehrere weitere Menschen wurden laut Berichten von AP-Journalisten bei den Ausschreitungen verletzt. In der Stadt waren vereinzelt Schüsse zu hören. Die Geschäfte blieben geschlossen, die Straßen waren menschenleer. Lediglich Sicherheitskräfte patrouillierten.

Aus der Präsidentenwahl im November ging Ouattara laut der ivorischen Wahlkommission als Sieger hervor. Gbagbo erkennt dessen Wahlsieg nicht an und verweist darauf, dass der Verfassungsrat ihn zum Gewinner erklärt habe. Die Vereinten Nationen, die USA, Frankreich und die Afrikanische Union haben dagegen Ouattars Sieg bestätigt. Nach der Wahl legten sowohl Ouattara als auch Gbagdo einen Amtseid ab und begannen mit Kabinettsbildungen. Zwischen Anhängern beider Politiker kam es wiederholt zu gewaltsamen Zusammenstößen.

Ouattara hat seine Anhänger dazu aufgerufen, ihn dabei zu unterstützen, die Kontrolle über die staatlichen Institutionen zu übernehmen. Für Donnerstag war ein Marsch zum Sitz des staatlichen Fernsehens geplant, um einen neuen Leiter des Senders einzusetzen. Das Gebäude wird von Anhängern Gbagbos bewacht. Am Donnerstag waren dort wie in der gesamten Stadt auch Polizisten und Soldaten präsent. Sie riegelten Straßen in der Umgebung des Senders ab.

Am Mittwoch hatte sich UN-Generalsekretär Ban Ki Moon besorgt über einen möglichen neuen Bürgerkrieg in der Elfenbeinküste geäußert. Ban sei zutiefst beunruhigt über die Spannungen nach der Präsidentenwahl in dem westafrikanischen Land, sagte ein UN-Sprecher.

DAPD/DPA / DPA