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Mubaraks Sturz jährt sich: Opposition ruft Ägypter zu Streik auf

Zum Jahrestag des Sturzes von Husni Mubarak haben die Oppositionellen in Ägypten zum zivilen Ungehorsam aufgerufen. Muslimische und koptische Geistliche distanzierten sich von möglichen Streiks - am Morgen ging in Kairo aber noch alles seinen gewohnten Gang.

Auf den Tag genau ein Jahr ist es her, dass die Ägypter ihren Präsidenten Husni Mubarak stürzten. Seitdem herrscht ein Militärrat im Land. Ägyptens Opposition will jetzt mit einem Generalstreik und neuen Massenprotesten die Führungskräfte zur Übergabe der Macht an eine zivile Regierung zwingen. Mehr als 30 Gruppen riefen für (diesen) Samstag zum zivilen Ungehorsam und zu unbefristeten Arbeitsniederlegungen auf. Doch am Morgen fuhren Bahnen und Busse in der Hauptstadt Kairo zunächst wie gewohnt weiter; Geschäfte hatten geöffnet.

Zuvor hatten sowohl muslimische als auch koptische Geistliche den Aufruf zum Streik verurteilt. Die islamistische Muslimbruderschaft, die die Mehrheit im neuen Parlament hat, kündigte an, an keiner Aktion teilzunehmen, die der ägyptischen Wirtschaft schade.

Der Militärrat versicherte derweil erneut, die Macht bis Juli abzugeben. Gleichzeitig setzte die Armee in den vergangenen Tagen wieder landesweit auf eine sichtbare Präsenz. Gepanzerte Fahrzeuge und Soldaten sicherten wichtige Institutionen und Hauptstraßen.

hw/DPA / DPA