HOME

Mumbai: Terroristen wollten Luxushotel sprengen

Es war das Wahrzeichen der Finanzmetropole Mumbai: das Luxushotel Taj Mahal. Die Terroristen wollten es in die Luft jagen. Das hat der einzige überlebende Attentäter ausgesagt. Außerdem wollten sie offenbar 5000 Menschen töten. Nach neuesten Angaben forderten die Anschläge mindestens 183 Todesopfer.

Die Attentäter von Bombay wollten nach Aussage eines festgenommenen Terroristen das Luxus-Hotel "Taj Mahal" in die Luft sprengen. Wie die Zeitung "Times of India" am Samstag berichtete, handelt es sich bei dem gefassten Terroristen um einen Pakistaner aus Faridkot. Der 21 Jahre alte Azam Amir Kasav habe der Polizei bei seiner Vernehmung demnach gesagt, das historische Gebäude, das als ein Wahrzeichen der westindischen Finanzmetropole gilt, sollte in Schutt und Asche gelegt werden.

Zusammen mit einem Komplizen soll Kasav in der Nacht zum Donnerstag am Bahnhof der Stadt auf die Menschenmenge geschossen haben. Später sei er auf der Flucht in einem gestohlenen Auto von der Polizei gestoppt und bei einem Schusswechsel an der Hand verletzt worden, habe sich aber tot gestellt. Erst im Krankenhaus fiel auf, dass er atmete. Sein Komplize wurde von den Beamten erschossen.

Zudem wollten die Attentäter nach den Worten des Vize-Ministerpräsidenten des Bundesstaates Maharashtra Tausende von Menschen töten. "Wir haben dermaßen viel Munition bei ihnen gefunden - es ist offensichtlich, dass sie vorhatten, 5000 Menschen umzubringen", sagte R.R. Patil am Samstag vor Journalisten in Bombay, wie die indische Nachrichtenagentur PTI berichtete. Details über die sichergestellten Waffen nannte er nicht. Nach jüngsten offiziellen Angaben kamen bei den dreitägigen Kämpfen in der westindischen Metropole 183 Menschen ums Leben, 239 wurden verletzt.

Der Terrorist , der lebend gefasst worden sei, habe schwere Munition bei sich gehabt, sagte Patil weiter. "Also kann man sich ja denken, dass die anderen ebenso bewaffnet waren." Die Sicherheitskräfte hätten auch zahlreiche Handgranaten und Bomben sichergestellt. Zwei Kisten mit je acht Kilogramm RDX, einem hochexplosiven Plastiksprengstoff, seien nahe dem am Samstag gestürmten Hotel "Taj Mahal" gefunden worden. Die Terroristen hätten moderne Technik wie GPS und Satellitentelefone benutzt.

Er wies Berichte zurück, wonach die Angreifer vor dem Anschlag in Bombay gearbeitet haben sollen, um die Lage auszukundschaften. Sie seien erst am Tag der Angriffe in die Stadt gekommen, hätten Pläne der Hotels gehabt, aber Anweisungen per Telefon von außerhalb des Landes erhalten, sagte er ohne ein Land namentlich zu nehmen.

Überlebende nach Paris ausgeflogen

Mit einem Flugzeug der französischen Regierung trafen Unterdessen am Samstag 77 Überlebende der Terroranschläge in Paris ein. An Bord der Maschine waren laut Außenministerium 29 Franzosen, 17 Spanier und 19 Italiener sowie Bürger aus Deutschland, Polen, Kasachstan, Griechenland, den Niederlanden, dem Kongo, der Schweiz und Algerien. Auch zwei Europa-Abgeordnete seien ausgeflogen worden, hieß es.

DPA/AP / AP / DPA