Nach Militäreinsatz von Israel Türkei droht mit Abbruch diplomatischer Beziehungen


Fünf Wochen nach dem blutigen israelischen Militäreinsatz gegen die Hilfsflotte für den Gazastreifen hat die Türkei erneut mit einem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Israel gedroht.

Fünf Wochen nach dem blutigen israelischen Militäreinsatz gegen die Hilfsflotte für den Gazastreifen hat die Türkei erneut mit einem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Israel gedroht. Falls Israel sich für den Vorfall Ende Mai nicht entschuldige oder eine unabhängige internationale Untersuchung akzeptiere, werde Ankara die Beziehungen kappen, zitierten türkische Medien am Montag Außenminister Ahmet Davutoglu.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte am Freitag eine Entschuldigung bei der Türkei für die Erstürmung der Flotte ausgeschlossen. Auch eine Entschädigung der Verletzten stehe nicht zur Diskussion. Israel könne sich nicht dafür entschuldigen, dass sich seine Soldaten selbst verteidigt hätten.

Israelische Marinesoldaten hatte Ende Mai im Mittelmeer das türkische Passagierschiff "Mavi Marmara" mit mehr als 500 pro- palästinensischen Aktivisten an Bord gestürmt. Dabei waren 9 türkische Aktivisten getötet und mindestens 45 weitere zum Teil schwer verletzt worden. Israel wollte den Konvoi von insgesamt sechs Schiffen daran hindern, die Seeblockade vor dem Gazastreifen zu durchbrechen. Der Zwischenfall führte zur bislang größten Krise im Verhältnis der beiden strategischen Partner.

"Wir haben ihnen (Israel) den Ausweg gewiesen. Wenn sie sich auf Grundlage der Ergebnisse ihrer eigenen Untersuchung entschuldigen, wäre das für uns in Ordnung", sagte Davutoglu am Wochenende bei einem Besuch in Kirgistan weiter. "Sie wissen, was wir fordern. Wenn sie sich nicht entschuldigen wollen, dann sollten sie eine internationale Untersuchung akzeptieren." Er deutete auch an, die Türkei könne weitere Sanktionen gegen Israel verhängen, sollte das Land nicht einlenken.

DPA DPA

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