VG-Wort Pixel

US-Einwanderungspolitik Nach Zwangstrennung durch Trump-Regierung: Eltern von 545 Migrantenkindern nicht auffindbar

"Null-Toleranz"-Politik: Migrantenkinder im Juni 2018 in einem Lager in McAllen im Bundesstaat Texas
"Null-Toleranz"-Politik: Migrantenkinder im Juni 2018 in einem Lager in McAllen im Bundesstaat Texas
© US Customs and Border Protection / AFP
Im Zuge ihrer "Null-Toleranz"-Politik gegen illegale Einwanderung hatte die Regierung von US-Präsident Donald Trump 2018 wochenlang eingewanderte Kinder von ihren Eltern getrennt. Hunderte der Familien konnten noch immer nicht vereint werden.

Die Eltern von 545 Migrantenkindern, die im Zuge der US-Einwanderungspolitik von ihren Familien getrennt wurden, sind nicht auffindbar. Darüber informierte die US-Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (ACLU) nach eigenen Angaben am Dienstag (Ortszeit) das zuständige Gericht. Die Organisation prangerte die "entsetzliche Praxis" der Regierung von US-Präsident Donald Trump an, die im Jahr 2018 über sechs Wochen Migrantenfamilien an der mexikanischen Grenze voneinander trennen ließ.

"Null-Toleranz"-Politik der Trump-Regierung

Ein Gerichtsurteil aus dem Jahr 2018 verpflichtet die US-Regierung, die voneinander getrennten Familien wieder zusammenzuführen. Dazu wurde ein "Lenkungsausschuss" gerichtlich bestellten, dem die ACLU zusammen mit anderen Organisationen angehört.

Bis zum 20. Oktober habe der Ausschuss versucht, die Familien von 1030 Kindern zu erreichen, berichtet der Fernsehsender CNN unter Berufung auf die Gerichtsakte. Von diesen habe das Gremium nach Angaben des Gerichts die Eltern von 545 Kindern nicht erreichen können. Man gehe davon aus, dass "etwa zwei Drittel" der Eltern ohne ihre Kinder abgeschoben worden seien.

Die Trump-Regierung hatte im Zuge ihrer "Null-Toleranz"-Politik gegen die illegale Einwanderung im Mai 2018 damit begonnen, eingewanderte Kinder von ihren Eltern zu trennen. Nach heftigen Protesten im In- und Ausland beendete Trump die Praxis nach sechs Wochen. Illegal über die mexikanische Grenze gelangte Migrantenfamilien sollten danach nur noch getrennt werden, wenn die Eltern ein "Risiko" für die Kinder darstellten, hieß es.

Der TV-Sender NBC berichtet, die verschwundenen Eltern seien bereits seit 2017 in einem Pilotprojekt der US-Regierung von ihren Kindern getrennt und abgeschoben worden. Der stellvertretende Direktor des ACLU-Projekts für Migrantenrechte, Lee Gelernt, forderte in dem Sender Aufklärung. "Es ist entscheidend, so viel wie möglich darüber herauszufinden, wer für diese entsetzliche Praxis verantwortlich war", sagte er. Es dürfe nicht vergessen werden, "dass Hunderte von Familien noch immer nicht gefunden wurden und getrennt bleiben". Er forderte weitere Anstrengungen, um diese Familien zu finden.

"Wir werden nicht aufhören zu suchen"

"Die Leute fragen, wann wir all diese Familien finden werden, und leider kann ich darauf keine Antwort geben. Ich weiß es einfach nicht", sagte Gelernt. "Aber wir werden nicht aufhören zu suchen, bis wir jede einzelne der Familien gefunden haben, egal wie lange es dauert." Die tragische Realität sei, dass die US-Regierung Hunderte von Eltern ohne ihre Kinder nach Mittelamerika deportiert habe, und die Kinder hier bei Pflegefamilien oder entfernten Verwandten geblieben seien.

Gelernt erklärte, einige der Familien, die kontaktiert worden seien, hätten sich dafür entschieden, ihre Kinder in den USA bei Familienmitgliedern oder Betreuern zu belassen, aus Angst davor, was mit den Kindern passiere, wenn sie in ihre Heimatländer zurückkehrten.

Quellen: AFP, CNNNBC

mad / <br/>

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker