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Nadschaf: Entscheidungsschlacht steht bevor

Die Verhandlungen zwischen der irakischen Regierung mit dem radikalen schiitischen Prediger al Sadr sind gescheitert. Deswegen wird nun die Eskalation der Kämpfe in Nadschaf befürchtet.

Der irakische Verteidigungsminister Hasim al Schaalan erwartet dem Fernsehsender al Arabija zufolge für Mittwoch die "entscheidende Schlacht" um die seit zwei Wochen umkämpfte Stadt Nadschaf. Er rechne damit, dass die Milizen des radikalen Schiiten-Predigers Muktada al Sadr die heiligen Stätten verlassen würden.

Zuvor hatte sich eine Delegation der irakischen Nationalkonferenz einer Fortsetzung der Vermittlungsbemühungen um die seit Wochen umkämpfte Stadt bereit erklärt. Ein Mitglied der achtköpfigen Delegation, die am Vortag nach Nadschaf gereist war, sagte, das geplante Treffen mit dem Schiitenprediger sei aus Sicherheitsgründen nicht zustande gekommen. Der Konvoi der Delegation sei sporadisch beschossen worden. Von wem die Schüsse abgegeben wurden, sei unklar. Vertreter al Sadrs hätten die Delegation in der Imam-Ali-Moschee begrüßt.

Unterdessen setzt die irakische Nationalkonferenz in Bagdad heute ihre Beratungen fort. Auf dem Programm steht die Wahl von 81 Mitgliedern des Nationalrats, der bis zu den ersten freien Wahlen Ende Januar als Übergangsparlament fungieren soll.

Die Kämpfe in Nadschaf, ein blutiger Anschlag und Machtkämpfe hatten den von vielen erhofften politischen Neuanfang mit einem irakischen Übergangsparlament am Dienstag belastet. Bei einem Mörsergranatenanschlag wurden am dritten Sitzungstag der Nationalkonferenz in Bagdads Innenstadt sieben Iraker getötet und 42 weitere Menschen verletzt, wie al Arabija unter Berufung auf das Innenministerium berichtet.

DPA/AP / AP / DPA
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