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Nahost-Konflikt: Kerry verkündet Einigung über Nutzungsregeln des Tempelbergs

Nachdem der Nahost-Konflikt zuletzt wieder an Brisanz gewann, kann der US-Außenminister nun einen diplomatischen Erfolg vorweisen: Israel und Jordanien verständigen sich auf Rahmenbedingungen zur Nutzung des Tempelbergs.

US-Außenminister John Kerry zu Besuch bei Jordaniens König Abdullah II. im Palast in Ammam

Hoffen auf eine baldige Deeskalation: John Kerry (l.) im Dialog mit  Jordaniens König Abdullah II.

Zur Entschärfung des aktuellen Nahostkonflikts haben sich Israel und Jordanien nach Angaben von US-Außenminister John Kerry auf neue Regeln zur Nutzung des Tempelbergs in Ost-Jerusalem verständigt. Dazu zähle eine Überwachung des Geländes durch Kameras rund um die Uhr, sagte Kerry am Samstag nach Gesprächen in der jordanischen Hauptstadt Amman. Es wurde erwartet, dass der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu die übrigen Vereinbarungen später am Tag bekannt geben werde.

Die seit Monatsbeginn andauernde Gewaltwelle in Israel und den Palästinensergebieten hatte sich am Streit um die Nutzungsrechte auf dem Juden wie Muslimen heiligen Tempelberg entzündet. Kerry beriet in Amman mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und dem jordanischen König Abdullah II.; zuvor hatte er am Donnerstag in Berlin mit Netanjahu über das Thema gesprochen.

Ewiger Zankapfel zwischen Juden und Muslimen

Den Hügel in der Jerusalemer Altstadt verehren die Juden als "Tempelberg" und die Muslime als "Das edle Heiligtum". In der Antike befanden sich dort vermutlich der Tempel von König Salomon und der unter Herodes erweiterte Zweite Tempel. Seit 1300 Jahren stehen auf der rechteckigen Hochfläche die Al-Aksa-Moschee und der islamische Felsendom. Der Prophet Mohammed soll nach muslimischer Auffassung von diesem Ort aus seine Himmelfahrt angetreten haben.

Nach der Besetzung Ost-Jerusalems durch die israelische Armee 1967 blieb das Plateau unter Verwaltung einer jordanischen Wakf (Arabisch für "fromme Stiftung"). Im israelisch-jordanischen Friedensvertrag von 1994 wurde die besondere Rolle des jordanischen Königshauses als Hüter der heiligen muslimischen Stätten in Jerusalem bekräftigt.

lst/ AFP