Nahost-Konflikt Israel bombardiert Ziele im Libanon


Israelische Kampfflugzeuge haben südlich von Beirut ein Ausbildungszentrum palästinensischer Extremisten beschossen. Israel versteht den Angriff als einen politischen Wink mit dem Zaunpfahl.

Der Stützpunkt werde von der pro-syrischen "Volksfront Befreiung Palästinas - Generalkommando" genutzt, sagte ein Armeesprecher am Mittwoch. Der Angriff sei ein "Zeichen für die Regierung des Libanon, die dafür verantwortlich ist, von seinem Territorium ausgehende Terrorangriffe zu verhindern", sagte Generalmajor Udi Adam. Der Libanon habe nichts unternommen, um die Terrororganisationen zu entwaffnen. Im nordisraelischen Kirjat Schemona waren zuvor mehrere Katjuscha-Raketen eingeschlagen, wobei drei Menschen verletzt wurden. Israelische Kampfflugzeuge feuerten erneut Raketen auf den Gaza-Streifen ab. Kirjat Schemona wurde mit zumindest drei Raketen beschossen. Die Einwohner wurden aufgefordert sich in Bunkern in Sicherheit zu bringen. Es war der erste Angriff mit Katjuscha-Raketen seit Jahren. Bis zum israelischen Abzug aus dem Südlibanon 2000 war der Ort regelmäßig Ziel solcher Angriffe.

Israelische Kampfflugzeuge feuerten in der Nacht auch zwei Raketen auf Ziele im Norden des Gaza-Streifens ab, wobei nach Armee-Angaben eine Straße beschossen wurde, die zu einem Raketen-Abschussplatz militanter Palästinenser führt. Zuvor hatte die Armee mitgeteilt, sie habe den Abschuss einer Rakete aus dem Gaza-Streifen in ein Gebiet im Westen der Negev-Wüste in Israel registriert. Bereits am Dienstag griff die israelische Luftwaffe mehrere Ziele im Gaza-Streifen an. Damit solle der Raketenbeschuss durch palästinensische Extremisten gestoppt werden. Ministerpräsident Ariel Scharon hatte kürzlich die Anweisung erteilt, dafür eine Pufferzone im Grenzgebiet des Gaza-Streifens zu Israel zu schaffen.

Abbas-Appell für Waffenruhe von Dschihad zurückgewiesen

Im Nahostkonflikt wird es für den palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas immer schwieriger, sich im eigenen Lager durchzusetzen: Seine Aufforderung an militante Gruppen, Raketenangriffe auf Israel einzustellen, wies die Organisation Dschihad umgehend zurück. Abbas traf sich nach Angaben eines Sprechers am Dienstagabend mit Funktionären der militanten Organisationen. Wie Sajeb Erakat mitteilte, forderte Abbas die Gruppierungen auf, ihre Raketenangriffe auf Ziele in Israel einzustellen und sich an das Waffenstillstandsabkommen vom Februar zu halten. Die Waffenruhe sei für die Palästinenser von höchstem nationalen Interesse, sagte Erakat, der Unterhändler für die Gespräche mit Israel. "Wir verlangen von jedem, sich daran zu halten." Ein Sprecher des Islamischen Dschihads, Chaled Batsch, erklärte, die Angriffe seien nur die Antwort darauf, dass Israel gegen die Waffenruhe verstoße. "Ich glaube, dass andauernder Widerstand besser für das palästinensische Volk ist." Dutzende vermummte und bewaffnete Anhänger Barghutis besetzten im Gazastreifen vier Wahlbüros und forderten Plätze für ihre Gruppe in der Liste von Abbas’ Partei El Fatah für die Parlamentswahl im Januar. Allein in Gaza stürmten 60 Bewaffnete ein Wahlbüro. Als ein großes Polizeiaufgebot anrückte, verließen die Bewaffneten die Büros in Gaza, Rafah, Chan Junis und Deir el Balah. Bis um Mitternacht am Mittwoch mussten die Parteien ihre Listen für die Wahl am 25. Januar melden.

Reuters /AP


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