Nahost-Konflikt Neue israelische Luftangriffe auf Gazastreifen


Als Vergeltung für einen palästinensischen Selbstmordanschlag hat die israelische Luftwaffe gezielte Angriffe gegen den Gazastreifen geflogen. US-Außenministerin Condoleezza Rice rief Palästinenserführer Abbas derweil dazu auf, den Terror gegen Israel zu stoppen.

Die israelische Luftwaffe hat in der Nacht zum Freitag erneut Ziele im Gazastreifen angegriffen. Nach Angaben palästinensischer Sicherheitsbeamter beschossen israelische Kampfflugzeuge vom Typ F-16 und Apache-Kampfhubschrauber Straßen im nördlichen und östlichen Gazastreifen. Es seien auch Brücken in der Nähe von Bet Chanun zerstört worden. Die Raketen hätten tiefe Krater in die Straßen, die zur israelischen Grenze führen, gesprengt. Zudem durchbrachen die Kampfjets über dem Gazastreifen die Schallmauer. Fensterscheiben gingen zu Bruch.

Einen Tag nach dem Selbstmordanschlag in Hadera hat die irraelische Luftwaffe bei ihren Angriffen sieben Menschen getötet. Aus einem Hubschrauber sei in Dschabalia im Norden des Gazastreifens eine Rakete auf ein Auto des Islamischen Dschihad gefeuert worden, berichteten Augenzeugen und Rettungshelfer. Unter den Toten seien zwei Mitglieder des Islamischen Dschihad und fünf Passanten. Die Offensive sei groß angelegt und zeitlich nicht begrenzt, hatte der israelische Regierungschef Ariel Scharon zuvor in Jerusalem gesagt. Es werde auch keine Gespräche mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas geben, bis dieser gegen den Terror vorgehe.

Waffenruhe soll eingehalten werden

US-Außenministerin Condoleezza Rice forderte die Palästinenserführung zu einem entschlossenen Vorgehen gegen Terrorgruppen auf. Rice habe Abbas gebeten, Terroranschläge gegen Israel zu stoppen und endlich die im Nahost-Friedensplan vorgesehene Entwaffnung der Terrornetzwerke in Angriff zu nehmen, sagte Außenamtssprecher Sean McCormack am Donnerstag in Washington. Abbas müsse gegen jene Palästinensergruppen vorgehen, die alle Fortschritte in Nahost in den vergangenen Monaten untergraben wollten.

Der palästinensische Regierungschef Ahmed Kureia rief alle militanten Palästinensergruppen zur Einhaltung der Waffenruhe auf. Nach einer Kabinettssitzung in Ramallah sagte Kureia, alle militanten Gruppen sollten sich an die im März in Kairo getroffene Vereinbarung über eine Waffenruhe halten.

Übergänge in den Gazastreifen geschlossen

Nachdem ein Dschihad-Anhänger am Vortag in Hadera fünf Israelis mit sich in den Tod gerissen hatte, sagte Scharon weiter: "Zu meinem Bedauern unternimmt die palästinensische Autonomiebehörde im Kampf gegen Terrorismus keine ernsthaften oder auch nur vorgeblich ernsthaften Schritte." Israelische Soldaten nahmen in Dschenin im Westjordanland Abdel Karim Issedin und weitere Vertreter des Islamischen Dschihad fest, nachdem Einheiten zeitweise in die Stadt eingerückt waren. Israel riegelte die Palästinensergebiete erneut ab. Die Übergänge in den Gazastreifen seien geschlossen worden, teilte die Armee am Donnerstag mit. Nur aus humanitären Gründen dürften sie noch passiert werden. In der Nacht zum Donnerstag und am Morgen hatte die israelische Luftwaffe bereits mehrere Ziele im Gazastreifen angegriffen.

DPA DPA

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