Nahost-Krise Israelische Angriffe auf Beiruter Flughafen

Erneut haben israelische Kampfflugzeuge den Flughafen von Beirut bombardiert. Der eskalierende Konflikt im Nahen Osten hat bereits globale Auswirkungen: Der Ölpreis steigt auf Rekordniveau.

Die israelische Luftwaffe hat Augenzeugen zufolge erneut Angriffe auf den Internationalen Flughafen von Beirut geflogen. Zwei Raketen seien auf eine Landebahn abgefeuert worden, hieß es in Sicherheitskreisen am Freitag. Über den Ausmaß der Schäden oder über Opfer wurde zunächst nichts bekannt. Die Anlage war geschlossen, da die israelische Luftwaffe bereits am Vortag Landebahnen des Rafik-al-Hariri-Flughafens unter Beschuss genommen hatte.

In der Nacht zum Freitag haben israelische Israelische Kampfflugzeuge bereits eine Hisbollah-Hochburg im Süden der libanesischen Hauptstadt Beirut bombardiert. Nach Berichten von Augenzeugen beschoss die Armee zudem das Treibstofflager eines Kraftwerkes südlich der Metropole. Bei den Angriffen auf das südliche Stadtviertel starben nach Angaben aus libanesischen Sicherheitskreisen drei Menschen. 20 weitere seien verletzt worden. Geschäfte und andere Gebäude wurden beschädigt, dutzende Autos in den Straßen zerstört.

Zuvor hatte der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert ungeachtet der internationalen Appelle zur Zurückhaltung eine Intensivierung der Angriffe auf den Libanon angeordnet. Die Entscheidung sei nach einem Treffen Olmerts mit den Chefs der Sicherheitskräfte gefallen, berichtete der Armeerundfunk unter Berufung auf Regierungskreise.

Hauptstraße nach Damaskus bombardiert

Am Donnerstag hatten israelische Kampfflugzeuge die libanesische Hauptstadt Beirut und den dortigen Flughafen bombardiert. Außerdem beschossen sie die Autobahn von Beirut in die syrische Hauptstadt Damaskus. Israelische Kriegsschiffe blockieren die libanesischen Häfen. Bei den Angriffen sollen bislang mehr als 55 libanesische Zivilisten getötet worden sein. Auslöser der Militäraktion war die Entführung zweier israelischer Soldaten durch die libanesische Hisbollah-Miliz am Mittwoch. Zahlreiche Libanesen sind auf der Flucht nach Syrien.

Hisbollah schlägt zurück in Nordisrael

Die von Syrien und dem Iran unterstützte Hisbollah hat Israel in der Nacht zum Freitag weiter mit Raketen angegriffen. Verletzt wurde niemand. Innerhalb von 48 Stunden seien damit insgesamt 150 Raketen im Norden Israels eingeschlagen, sagte Militärsprecher Hauptmann Jacob Dallal. 220.000 Israelis lebten derzeit in Schutzräumen. Israel könne es nicht zulassen, dass eine terroristische Organisation an seiner Grenze agiere und mehr als eine halbe Million Menschen bedrohe.

Ölpreis auf Rekordniveau

Unterdessen hat die Krise in Nahost schon globale Auswirkungen: Der Ölpreis ist auf ein Rekordniveau gestiegen: Die in Europa marktführende Sorte Brent liegt nach dem offiziellen Handel bei 77,49 Dollar je Barrel.

Appell der internationalen Gemeinschaft zur Zurückhaltung

US-Außenministerin Condoleezza Rice hat Israel zur Zurückhaltung bei den Angriffen auf Ziele im Libanon aufgefordert. Von Syrien verlangte sie, die Hisbollah zur Einstellung ihrer Angriffe auf Israel zu bewegen.

Sondersitzung der UN

Die Vereinten Nationen (UN) beraumten angesichts der wachsenden Sorge vor einem neuen Krieg in Nahost eine Sondersitzung des Sicherheitsrates für Freitag an. UN-Generalsekretär Kofi Annan kündigte die Entsendung von Vermittlern an. Auch EU-Chefdiplomat Javier Solana will in den Nahen Osten reisen.

Reuters/DPA DPA Reuters

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