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NAHOST: Mehrere Tote bei Anschlag in Jerusalem

Bei einem Selbstmordanschlag auf einen Stadtbus sind am Freitagnachmittag in Jerusalem vier Menschen getötet und 34 verletzt worden, davon sieben schwer.

Mitten in Jerusalem hat sich am Freitag offenbar wieder ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt und nach Polizeiangaben mindestens vier andere Menschen getötet. Dutzende Menschen wurden verletzt. Jerusalems Polizeichef Mickey Levy sagte, die Bombe sei an einer Bushaltestelle an einem Markt gezündet worden. Es war zunächst nicht klar, ob es sich bei dem Attentäter um einen Mann oder eine Frau gehandelt hat.

Der neue Anschlag fällt mit dem Besuch von US-Außenminister Colin Powell in Israel zusammen, der einen Waffenstillstand zwischen Israel und den Palästinensern vermitteln will. Nur wenige Stunden vor der Explosion sagte Powell vor der Presse an die Adresse von Palästinenser-Präsident Jassir Arafat, die USA erwarteten Taten, mit denen er die Gewalt unter Kontrolle bringe, nicht nur Worte. Am Samstag war ein Treffen Powells mit Arafat geplant.

Die israelische Führung drängt Powell zu einen umgehenden Abzug der Armee aus dem Westjordanland. Er hoffe, dass sich zur Dauer des Einsatzes eine Übereinkunft erzielen lasse, sagte Powell nach der ersten Gesprächsrunde mit Scharon. Dieser sagte dazu lediglich: »Israel führt Krieg gegen die palästinensische Terror-Infrastruktur und wir hoffen, dass wir ihn bald beenden können.«

Eine Serie von Selbstmordanschlägen im März hatte Israel veranlasst, die Militäroffensive im Westjordanland zu beginnen, die noch immer anhält. Die internationale Gemeinschaft fordert den sofortigen Abzug der israelischen Truppen.

UNO-Generalsekretär Kofi Annan sprach sich in Genf für die Entsendung einer internationalen Truppe in die Region aus. Seine Forderung nach einer internationalen Truppe begründete er mit den Worten: »Die Situation ist so gefährlich und die Lage der Menschen und der Menschenrechte so entsetzlich, dass der Vorschlag, Truppen dorthin zu entsenden, ... nicht länger hinausgeschoben werden kann.« Er ließ offen, ob eine solche Truppe entsandt werden sollte, bevor Israel und die Palästinenser sich auf einen Waffenstillstand geeinigt haben. Israel hat in der Vergangenheit die jüngst wieder ins Gespräch gebrachte Entsendung einer solchen Truppe stets abgelehnt.