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NAHOST: Mission erfüllt

Nach mehr als acht Monaten blutiger Gewalt haben die Palästinenser die Vorschläge von CIA-Chef George Tenet für eine Waffenruhe mit Israel akzeptiert. Damit ist die Möglichkeit für eine gewaltlose Beendigung des Konflikts geschaffen.

Die Palästinenser haben einem amerikanischen Vermittlungsvorschlag für einen Waffenstillstand mit Israel im Prinzip zugestimmt. Nach einem Treffen des US-Geheimdienstchefs George Tenet mit dem palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat erklärte die amerikanische Botschaft in Jerusalem am Mittwoch, beide Seiten hätten den Plan angenommen.

Zweck des Vorschlags sei, die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Sicherheit wieder anzustoßen und die Gewalt zu beenden, hieß es in der Stellungnahme der Botschaft. Aus palästinensischen Verhandlungskreisen verlautete, Arafat habe allerdings die israelische Forderung nach einer Pufferzone im Westjordanland abgelehnt. Außerdem sei ein Zeitplan ausgearbeiteten worden, der die Aufhebung der israelischen Blockade der Autonomiegebiete regele. Im Verlauf des Mittwochs sollte während eines Treffens von israelischen und palästinensischen Sicherheitsvertretern die Einzelheiten des Plans ausgearbeitet werden. Es war nicht klar, ob Tenet daran teilnehmen wollte.

Israelische Regierungsvertreter sagten, Tenet habe in seinem Friedensplan eine sofortige Einstellung aller Gewalttaten verlangt. Die Palästinenser sollten Extremisten in ihren Reihen festnehmen und in den palästinensischen Medien nicht länger zum Terror

gegen Israel aufrufen. Die israelische Regierung solle im Gegenzug die Blockade der Autonomiegebiete aufheben und Truppen aus dem Westjordanland und dem Gazastreifen abziehen.

Gewalt fordert weiteres Todesopfer

Der palästinensische Sicherheitschef im Westjordanland, Dschibril Radschub, erklärte, die Palästinenser wollten keine Extremisten festnehmen, solange Israel die Abriegelung der Autonomiegebiete nicht aufhebe. Seine Regierung sei zwar mit dem amerikanischen Vorschlag nicht glücklich, akzeptiere ihn aber vollständig, sagte der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon.

Die Gewalt im Nahen Osten forderte am Dienstag ein weiteres Todesopfer. In der Nähe von Jerusalem wurde ein aus Griechenland stammender Mönch in seinem Auto erschossen. Der Zwischenfall ereignete sich nach Militärangaben unweit einer Straßensperre der Armee zwischen Jerusalem und der Siedlung Maale Adumim im Westjordanland.

Wie der israelische Rundfunk berichtete, fuhr der Mönch, der auf dem Weg zu einem Kloster im Wadi Kelt war, ein Auto mit israelischem Kennzeichen. Bei den Schützen soll es sich um Palästinenser gehandelt haben. Außerdem wurde am Dienstagabend ein israelischer Soldat leicht verletzt, als Palästinenser auf einen Armeeposten im Westjordanland feuerten.