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Nationalkonferenz: Granaten-Angriff nahe Konferenzort

Bei einem Granaten-Angriff nahe dem Tagungsort der irakischen Nationalkonferenz in Bagdad sind nach Angaben des Innenministeriums mindestens ein Mensch getötet und fünf weitere Menschen verletzt worden.

Drei Granaten seien auf einer Straße wenige hundert Meter vom Konferenzort entfernt eingeschlagen, hieß es. Sie hätten ein Taxi und eine Bushaltestelle getroffen.

Der Tagungsort liegt in der schwer bewachten Grünen Zone im Stadtzentrum, in der auch Regierungsgebäude und die US-Botschaft untergebracht sind. Rebellen haben in der Vergangenheit mehrfach Raketen und Granaten auf das Gebiet abgefeuert.

Ein großer Tag für den Irak

Unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen haben sich heute in Bagdad hunderte Delegierte aus den 18 irakischen Provinzen zu einer auf drei Tage angesetzten Nationalkonferenz versammelt. Die rund 1.000 Delegierten sollen ein Übergangsparlament bestimmen, den Nationalrat. Der Delegierte Mithal al Alusi von der Irakischen Nationalkongresspartei sprach von einem großen Tag in der irakischen Geschichte. Die Konferenz sei ein wichtiger Schritt "bei der Errichtung einer Art Kontrolle über die Regierung", wie es die Verfassung vorsehe.

An der Konferenz beteiligen sich nach Angaben ihres Vorsitzenden Fuad Massum 70 verschiedene Gruppen. Das Treffen war um zwei Wochen verschoben worden, da zahlreiche einflussreiche Gruppierungen einen Boykott angekündigt hatten. Die UN hatten um einen späteren Termin gebeten, um eine breitere Teilnahme und eine ausreichende Vorbereitung der Konferenz sicherzustellen. Mehrere Gruppierungen wie die des schiitischen Predigers Muktada al Sadr haben aber dennoch angekündigt, dem Treffen fernzubleiben. Massum sagte, der Boykott beeinträchtige die Legitimität der Konferenz nicht.

Ausgangssperre und strenge Personenkontrollen

Zu ihren Aufgaben zählt die Wahl von 81 der 100 Mitglieder des Nationalrats. Die restlichen 19 stellen die früheren Mitglieder des irakischen Regierungsrats, die in der Übergangsregierung nicht vertreten sind. Die Konferenz soll den unterschiedlichen ethnischen und politischen Gruppe eine Stimme bei der Demokratisierung des Landes geben. Ein Erfolg der Konferenz "würde das Ziel, bis Januar 2005 Wahlen abzuhalten, deutlich erleichtern", sagte der neue UN-Gesandte für den Irak, Ashraf Jehangir Qazi.,

Aus Sicherheitsgründen verhängte die Regierung über mehrere Stadtteile eine Ausgangssperre. Alle Delegierte mussten sich strenger Personenkontrollen unterziehen.

Journalisten zum Verlassen Nadschafs aufgefordert

Währendessen haben die irakischen Behörden heute alle Journalisten in Nadschaf zum sofortigen Verlassen der umkämpften Pilgerstadt aufgefordert. Das berichtete der arabische Nachrichtensender El Arabija. Weitere Einzelheiten wurden nicht genannt. Zuvor hatten sich die Fronten nach dem Scheitern der Verhandlungen zwischen der Regierung und dem Schiitenprediger Muktada el Sadr verhärtet. Iraks Sicherheitsberater Muwaffak el Rabai hatte erklärt, dass die Kämpfe bald wieder aufgenommen würden.

Niederländischer Soldat bei Überfall im Südirak getötet

Bei einem Überfall auf ein Militärfahrzeug im Südirak wurde ein 29 Jahre alter niederländischer Soldat getötet. Fünf weitere niederländische Soldaten wurden schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt, teilte das Verteidigungsministerium in Den Haag mit. Der Angriff geschah am Samstag bei Ar Rumaythah, wo ein Teil des niederländischen Bataillons der Stabilisierungstruppe SFIR stationiert ist. Die Niederländer operieren im Südirak unter dem Kommando britischer Truppen.

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