Nigeria Deutscher verschleppt


Im Süden Nigerias ist ein deutscher Mitarbeiter der Baufirma Bilfinger Berger entführt worden. Die jugendlichen Täter sollen Militäruniformen getragen haben und den Deutschen auf einer Schnellstraße gestoppt und aus seinem Auto gezerrt haben.

Die jugendlichen Täter seien bewaffnet gewesen und hätten Militäruniformen getragen, sagte ein Polizeisprecher. Sie stoppten den Deutschen demnach auf einer Schnellstraße in der Hafenstadt Port Harcourt, zerrten ihn aus seinem Auto und rauschten davon. Anschließend seien sie in einem Schnellboot geflüchtet. Informationen über die Täter lagen zunächst nicht vor. Das Auswärtige Amt in Berlin teilte mit, es gehe Hinweisen nach, dass ein deutscher Staatsbürger in Nigeria vermisst werde. Die Botschaft in Abuja und die Außenstelle in Lagos seien eingeschaltet, sagte eine Sprecherin. Ein Bilfinger-Sprecher erklärte ebenfalls, es gebe Hinweise, dass ein Mitarbeiter vermisst werde. Weitergehend wollte er sich nicht äußern.

Entführungen keine Seltenheit

In dem westafrikanischen Land sind Entführungen, die auf Lösegeld abzielen, keine Seltenheit. Die meisten der 136 Millionen Einwohner haben wenig von dem Ölreichtum des weltweit achtgrößten Ölexporteurs. Rebellen der Gruppe "Bewegung für die Befreiung des Niger-Deltas" (Mend) kämpfen seit Jahren für eine gerechtere Verteilung der Einnahmen aus der Ölförderung. Zu diesem Zweck nehmen sie im ölreichen Niger-Delta im Süden immer wieder auch ausländische Ölarbeiter als Geiseln, in den meisten Fällen werden diese aber nach Lösegeldzahlung nach kurzer Zeit wieder freigelassen.

Angriffe der Rebellen auf Ölanlagen im Süden Nigerias haben die Ölförderung des Landes seit Jahresbeginn deutlich reduziert, was auch an den Ölmärkten zu Nervosität geführt hat.

Reuters


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