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Nordkorea: Radioaktive Luft beweist Atomtest

Luftproben haben laut US-Experten ergeben, dass Nordkorea tatsächlich eine Atomwaffe gezündet haben könnte. Sanktionen gegen das Land durchzusetzen, fällt der UN dennoch schwer: die russische Regierung hat überraschend Vorbehalte angemeldet.

Bei ersten Analysen von Luftproben sei radioaktiver Abfall aufgespürt worden, "der im Einklang mit einem nordkoreanischen Nukleartest steht", zitierte der US-Sender CNN die Behörde des Nationalen Geheimdienstdirektors, John Negroponte. Einen genauen Befund könne man aber erst in einigen Tagen liefern.

Nach Geheimdienstinformationen und geologischen Messungen war die Sprengkraft bei dem Test so gering gewesen, dass Zweifel auftauchten, ob es sich tatsächlich um einen nuklearen Versuch handelte. So wurde es für möglich gehalten, dass lediglich ein konventioneller Sprengsatz gezündet wurde. Nach Experteneinschätzungen könnte die Entdeckung von Radioaktivität in der Luft bedeuten, dass Nordkorea zwar einen Atomtest unternommen hat, er aber praktisch fehlschlug.

"Zusätzliche Ideen"

Die russische Regierung hat unterdessen den UN-Strafkatalog gegen Nordkorea überraschend in Frage gestellt. Ein Sprecher der amerikanischen UN-Mission bestätigte in der Nacht zum Samstag, dass Russland kurzfristig "einige zusätzliche Ideen" für die Resolution eingebracht habe. "Wir müssen sehen, ob der Text deshalb noch geändert werden muss", sagte der Sprecher. "Unsere Absicht bleibt trotzdem, am Samstag abzustimmen."

Die für Samstagmorgen geplante Sitzung des Weltsicherheitsrats wurde auf den Mittag verschoben. Zuvor wollen die fünf Vetomächte und Japan erneut zu internen Gesprächen zusammenkommen. Anschließend treffen sich die 15 Mitglieder des Sicherheitsrats zunächst zu weiteren Beratungen.

DPA / DPA
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