VG-Wort Pixel

US-Wahl 2020 An Covid-19 gestorbener Republikaner könnte in North Dakota zum Abgeordneten gewählt werden

Sehen Sie im Video: 7 Monate in 50 Sekunden – Timelapse-Karte zeigt die Corona-Ausbreitung in den USA.
Mehr
David Andahl wollte für die Republikaner ins Repräsentantenhaus des Bundesstaates North Dakota einziehen. Doch Anfang Oktober starb der 55-Jährige an Covid-19. Gewählt werden könnte er trotzdem.

Ein an Covid-19 verstorbener Republikaner könnte am 3. November ins Repräsentantenhaus von North Dakota gewählt werden. David Andahl war einer von vier Bewerbern für die zwei Sitze des achten Bezirks des Bundesstaates, wie mehrere US-Medien übereinstimmend berichten. Der Rancher verlor jedoch am 5. Oktober seinen kurzen Kampf mit dem Coronavirus — demselben Tag, an dem US-Präsident Donald Trump, der ebenfalls mit Sars-Cov-2 infiziert war und dessen Gefahren regelmäßig herunterspielt, nach seinem Krankenhausaufenthalt ins Weiße Haus zurückkehrte.

Doch trotz seines Todes bleibt Andahl bei der anstehenden Parlamentswahl Kandidat der republikanischen Partei. Sein Name werde im November noch auf dem Wahlzettel stehen, teilte eine Sprecherin der Regierung von North Dakota der Zeitung "Star Tribune" mit.

Republikaner dürfen Nachfolger ernennen

Es gelte die "amerikanische" Regel, "bei der die für den verstorbenen Kandidaten abgegebenen Stimmen gezählt werden sollten", erklärte der Generalstaatsanwalt von North Dakota, Wayne Stenehjem, den Medienberichten zufolge in einer Stellungnahme. "Wenn ein verstorbener Kandidat die Mehrheit der Stimmen erhält, ist der Kandidat gewählt."

In North Dakota haben Wahlberechtigte aus dem Militär und aus Übersee schon seit Wochen die Möglichkeit, ihre Stimme abzugeben. Seit Montag läuft zudem die vorzeitige persönliche Stimmabgabe für alle Wähler in dem Bundesstaat.

Sollte der gewählte Kandidat gestorben sein, "ist er nicht mehr qualifiziert und sein Platz ist vakant", teilte Stenehjem weiter mit. Dann gelte das übliche gesetzliche Verfahren zur Besetzung freier Sitze in einem legislativen Amt. Nach Aussage der Regierungssprecherin bedeutet das: Falls Andahl die Wahl gewinnt, darf die republikanische Partei des Bundesstaates seinen Nachfolger ernennen.

Andahl war seinem Nachruf zufolge wegen seines Engagements für seine Heimat als "Dakota Dave" bekannt. Seine Familie schrieb in einem Facebookpost, in dem sie den Tod des 55-Jährigen durch Covid-19 verkündete, er sei "sehr vorsichtig" gewesen, insbesondere weil er auch mit "anderen gesundheitlichen Herausforderungen" gelebt habe. "Aber er war nicht in der Lage, diese Krankheit abzuwehren."

North Dakota und die umliegende Region des Mittleren Westens der USA erleben derzeit einen massiven Anstieg der Corona-Neuinfektionen. Laut "New York Times" haben sich in dem Bundesstaat bislang 34.170 Menschen mit dem Virus angesteckt, 499 Infizierte sind gestorben. Die Sturgis-Motorradrallye, bei der sich ungeachtet der Pandemie im Sommer mehr als 460.000 Biker in South Dakota getroffen hatten, gilt als "Superspreader-Event" und wird mit dem Anstieg der Fallzahlen in North und South Dakota, Montana, Wyoming und Minnesota in Verbindung gebracht.

Quellen: "Star Tribune""Now This"Legacy.com, "New York Times"

mad / <br/>

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker