Pakistan Armee soll auf US-Truppen schießen


Der Konflikt zwischen Pakistan und den USA spitzt sich dramatisch zu: Nachdem die Regierung in Islamabad bereits in scharfer Form in Washington gegen eigenmächtige US-Angriffe auf vermeintliche Terrorziele in Pakistan protestiert hatte, legte sie nun noch einmal nach. Bei weiteren Grenzverletzungen fremder Truppen würde die Armee "das Feuer eröffnen".

Pakistan will weitere Angriffe von US-Truppen auf seinem Territorium nicht hinnehmen und schreckt künftig auch vor drastischen Mitteln nicht zurück. Heeressprecher Generalmajor Athar Abbas sagte der Nachrichtenagentur AP am Dienstag, die Militärführung habe die Kommandeure angewiesen, weitere derartige Angriffe zu verhindern. Wenn klar sei, dass die fremden Truppen die Grenze überschritten hätte, dann hätten die eigenen Einheiten den Befehl "das Feuer zu eröffnen". Er weiteres Eindringen werde nicht toleriert. Auch Premierminister Yousaf Raza Gilani forderte die USA erneut auf, ihre Angriffe auf pakistanisches Gebiet sofort einzustellen.

Die Regierung in Islamabad hatte zuvor bereits in scharfer Form in Washington protestiert, nachdem eine US-Kommandoeinheit Anfang September mit Hubschraubern von Afghanistan in die pakistanische Region Süd-Waziristan geflogen war, um eine Stellung muslimischer Extremisten anzugreifen. Zudem sollen pakistanische Militärs und bewaffnete Stammeskrieger am Montag angeblich einen Einsatz von US-Hubschraubern nahe der Grenze zu Afghanistan verhindert haben. "Die Souveränität und territoriale Integrität unseres Landes wird mit allen Mitteln geschützt werden", sagte Gilani bei einem Treffen mit dem britischen Justizminister Jack Straw in Islamabad.

US-Raketenangriffe auf Ziele in den Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan haben in den letzten Wochen deutlich zugenommen. In diesem Monat kamen bislang mehr als 60 Menschen durch solche Angriffe auf vermutete Stellungen der radikal-islamischen Taliban in Pakistan ums Leben. Die "New York Times" hatte zudem berichtet, US-Präsident George W. Bush habe grünes Licht für Bodeneinsätze von US-Spezialtruppen im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet gegeben.

Bei ihrer Großoffensive gegen radikal-islamische Aufständische im Westen des Landes hat die pakistanische Armee unterdessen nach eigenen Angaben zwölf Menschen getötet, darunter zehn Taliban-Kämpfer. Bei den beiden anderen Opfern handele es sich um Zivilisten. Unterstützt von Kampfflugzeugen gingen am Dienstag Tausende Soldaten in Bajaur in den unwegsamen halbautonomen Stammesgebieten im Grenzgebiet zu Afghanistan gegen die Islamisten vor. Die Region gilt als Rückzugsgebiet der Taliban und der mit ihnen verbündeten El-Kaida-Terroristen.

joe/AP/DPA AP DPA

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