Pakistan Bhutto-Witwer Zardari wird Präsident

Der Witwer der ermordeten früheren Regierungschefin Benazir Bhutto, Asif Ali Zardari, hat die Präsidentenwahl in Pakistan gewonnen. Obwohl noch nicht alle Stimmen ausgezählt sind, liegt Zardari mit mindestens 458 der 702 Stimmen bereits uneinholbar vorn. Er wird Nachfolger des zurückgetretenen Präsidenten Pervez Musharraf.

Der amtierende Vorsitzende der regierenden Pakistanischen Volkspartei (PPP), Asif Ali Zardari, hat die Präsidentenwahl in Pakistan gewonnen. Obwohl noch nicht alle Stimmen ausgezählt sind, liegt der Witwer der ermordeten früheren Regierungschefin Benazir Bhutto mit mindestens 458 der 702 Stimmen bereits uneinholbar vorn. Zardari wurde in einer Wahlversammlung aus Abgeordneten von Unterhaus und Senat sowie der vier Provinzparlamente gewählt.

Zardari war Favorit für die Nachfolge von Pervez Musharraf. Dieser war vor knapp drei Wochen als Staatsoberhaupt zurückgetreten, nachdem Zardari im August ein Amtsenthebungsverfahren gegen ihn eingeleitet hatte. Die pakistanische Bevölkerung steht Zardari wegen seiner Korruptionsaffären in der Vergangenheit skeptisch gegenüber.

In dem von inneren Konflikten zerrissenen Staat sorgte am Samstag auch ein neuer Anschlag für Aufsehen: Ein Selbstmordattentäter sprengte sich im Nordwesten Pakistans an einem Kontrollposten der Polizei mit einer Autobombe in die Luft und riss dabei mindestens 13 Menschen in den Tod, 60 weitere wurden verletzt. Einem Polizeisprecher zufolge handelte es sich um eine Bombe mit etwa 150 Kilogramm Sprengstoff. Zahlreiche Menschen seien unter den Trümmern naher Marktgebäude eingeschlossen, hieß es weiter. Schauplatz des Anschlags war der Stadtrand von Peshawar. In der Vergangenheit haben sich mehrfach pakistanische Taliban zu Selbstmordanschlägen in der Region bekannt, die sie als Rache für Offensiven der Streitkräfte im Nordwesten des Landes bezeichneten.

DPA/AP/Reuters AP DPA Reuters

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