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Pakistan: Taliban-Hochburg erobert

Bei ihrer Offensive gegen die Taliban in Süd-Waziristan hat die pakistanische Armee nach eigenen Angaben eine strategisch wichtige Stadt eingenommen.

Bei ihrer Offensive gegen die Taliban in Süd-Waziristan hat die pakistanische Armee nach eigenen Angaben eine strategisch wichtige Stadt eingenommen. Die Eroberung von Kotkai, der Heimatstadt des Taliban-Kommandeurs Qari Hussain Mehsud, sei von zentraler Bedeutung für den weiteren Vorstoß auf die Islamisten-Hochburg Sararogha, erklärten Geheimdienstmitarbeiter am Dienstag. US-Verteidigungsminister Robert Gates begrüßte die Offensive, sagte aber, es sei zu früh, von einem Erfolg zu sprechen. Die USA hatten sich zuletzt unzufrieden über Pakistans Bemühungen geäußert, die Taliban auf seiner Seite der Grenze zu Afghanistan zu bekämpfen.

Seit Beginn der Offensive am Samstag seien 78 Extremisten und neun Soldaten getötet worden, teilte das Militär mit. Von unabhängiger Seite konnten die Zahlen zunächst nicht bestätigt werden. Ausländische Journalisten haben keinen Zugang zu der Region. Die Offensive gilt als Test für die pakistanische Regierung, der immer weiter eskalierenden Gewalt im Land Herr zu werden.

Bei der Einnahme von Kotkai wurden Geheimdienstangaben zufolge Waffen und Sprengstoff sichergestellt. Der aus Kotkai stammende führende Taliban-Kommandeur Mehsud wird auch als „Mentor der Selbstmordattentäter“ bezeichnet.

In Süd-Waziristan kämpfen etwa 28.000 Soldaten gegen schätzungsweise 10.000 Taliban. Das bergige und schwer zugängliche Grenzgebiet zu Afghanistan gilt als Zufluchtsort von Extremisten. Experten zufolge trifft die pakistanische Armee bislang auf weniger Widerstand als erwartet. Allerdings wird mit schweren Gefechten gerechnet, wenn der Vorstoß die bewaldeten Berggebiete erreicht. Wegen der Kämpfe sind mehr als 100.000 Menschen auf der Flucht.

Reuters / Reuters