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Pakistan: Wintereinbruch behindert Hilfsaktionen in Pakistan

Kälte und Schnee lassen die Erdbebenopfer in Pakistan auf weitere Hilfe warten. Vielen Menschen in den Bergregionen konnte bisher immer noch nicht geholfen werden und jetzt werden noch Lawinen befürchtet.

Heftige Schneefälle und andauernder Regen erschweren in Pakistan die Hilfe für die mehr als zwei Millionen Erdbeben-Opfer, die zum großen Teil noch immer in Not-Zeltlagern ausharren müssen. Die Lufteinsätze mussten nach Angaben eines Militärsprechers am Montag den dritten Tag in Folge ausgesetzt werden. Inzwischen liegt in einigen Teilen der Erdbebengebiete in der Himalaya-Region bereits mehr als 60 Zentimeter Schnee. Hilfsorganisationen warnen vor Lawinen in höher gelegenen Gebieten.

In den Tälern regnete es heftig. Dorfbewohner berichteten, die Niederschläge hätten ihre Notunterkünfte zerstört: In dem aufgeweichten Boden hielten die Heringe der Zelte nicht mehr. Die Menschen müssten sich in den notdürftig aus Häuserruinen und Wellblechdächern gefertigten Unterkünften zusammendrängen. "Alles ist nass", sagte eine Frau. Ihr Kind auf dem Arm, wärmte sie sich an einem Feuer in einem Camp in der Stadt Muzaffarabad. "Die Lage ist schwierig. In diesem Zelt können wir nicht überleben", sagte sie mit Blick auf ihre durchweichte Notbehausung.

Die Lawinengefahr steigt

Mit einer Verbesserung der Lage ist zunächst nicht zu rechnen. Nach Prognosen der Meteorologen wird es bis Samstag weiter regnen und viel Schnee fallen. Trotz Erdrutschen und Steinschlägen würden auf den Landwegen allerdings einige Hilfseinsätze fortgesetzt, sagte der Militärsprecher. Bislang habe es keine größeren Unfälle gegeben.

Durch die Schneefälle nimmt auch die Lawinen-Gefahr zu. Erst vergangene Woche waren 24 Menschen von einer Lawine getötet worden, die ein Nachbeben ausgelöst hatte. "Ich fürchte, das war nur eine Lawine von vielen, die wir in diesem Winter noch sehen werden ... und die Gefahr steigt, je mehr Schnee fällt" sagte eine Mitarbeiterin des Norwegischen Flüchtlingsrates.

Bei dem Erdbeben am 8. Oktober kamen mehr als 73.000 Menschen im Norden Pakistans ums Leben. Hilfsorganisationen warnten wegen der winterlichen Temperaturen vor einer zweiten Katastrophe, wenn die Erdbeben-Opfer in den Bergregionen keine rasche Hilfe erhielten.

Reuters / Reuters