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Sechs Grafiken zu "Panama Papers": Alles, was Sie zum Geschäft mit Briefkastenfirmen wissen müssen

Die von einem Reporterkollektiv veröffentlichten Daten der panamaischen Anwaltskanzlei Mossack Fonseca lassen viele Reiche und Mächtige dieser Welt zittern. Der stern zeigt in sechs Grafiken, worum es in dem Leak geht.

Mossack Fonseca ist eine Anwaltskanzlei in Panama. Kernkompetenz ist die Gründung und Verwaltung von Offshorefirmen für Klienten, die rund um den Globus zu Hause sind. 2,6 Terabyte an Daten sind es, die Journalisten von der "Süddeutschen Zeitung" zugespielt wurden, die sie wiederum mit dem Rechercheverbund ICIJ teilten. Zwölf Staatsoberhäupter und 128 Politiker weltweit sollen demnach zu den Profiteuren dieser Finanzkonstrukte gehören.

Offshore-Firmen seit 1977

Die Daten von Mossack Fonseca gehen fast 40 Jahre zurück. Die obige Grafik zeigt die Anzahl der gegründeten Offshore-Firmen. Über die 1980er-Jahre stieg das Geschäft langsam, aber stetig an. Rapide stieg die Zahl dann ab 1990, als die Sowjetunion zer- und der Eiserne Vorhang fiel. Den Höhepunkt an Neugründungen gab es mit mehr als 13.000 im Jahr 2005.

Mega-Datenleak: Die wichtigsten Fakten zu den Panama Papers


Steueroasen, die von Mossack Fonseca verwendet wurden - Panama nicht auf Platz eins

Die Anwaltskanzlei wird zu einem der fünf weltgrößten Anbieter für Offshorekonstrukte gezählt. Sie ist in 21 verschiedenen Gerichtsbarkeiten tätig, wie die obige Grafik zeigt - manche sind exotisch, wie die Inseln Niue und Samoa, manche sind von Deutschland aus aber in nur wenigen Flugstunden erreichbar - etwa Malta, Zypern, Jersey oder die Isle of Man. Am beliebtesten waren die British Virgin Islands und Panama.

Die untere Grafik zeigt das Volumen der Deals in den einzelnen Ländern:

Die Top 10 der involvierten Banken und Mittelsmänner - Europa am stärksten vertreten

Die Daten zeigen aber eindeutig: Steuervermeidung ist nichts, das in Panama entsteht - das zeigt die Top-10-Liste der involvierten Banken: Die meisten davon stammen aus Europa, oder sind mit ihrer europäischen Niederlassung in die Top 10 gerutscht. Die wichtigsten Orte: Luxemburg, Schweiz, die Kanalinseln.

Diese Erkenntnis bestätigt sich in der Liste der Tätigkeitsländer der Mittelsmänner: 

Das Geschäft mit Inhaberpapieren

Inhaberpapiere sind Wertpapiere, bei denen der Inhaber des Papiers die Rechte, die sich daraus erwirken, genießen kann. Das heißt: Es gibt eine Eigentumsurkunde zu einer gewissen Briefkastenfirma; wer diese Urkunde vorweisen kann, dem gehört die Firma. Der Name des Eigentümers taucht also nirgendwo auf. Die Grafik zeigt gut, was passiert, wenn ein Land diese Geschäfte verbietet: Ab 2005 gingen die British Virgin Islands hart dagegen vor. Was machte Mossack Fonseca? Sie haben ihr Geschäft einfach nach Panama verlagert.

gos