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Parlamentswahl: Kroatien erwartet politisches Erdbeben

Kroatien steht vor einem politischen Umbruch. Bei der Parlamentswahl dürfte die konservative HDZ als langjährige Regierungspartei wegen Korruptionsaffären abgestraft werden.

Rund 4,5 Millionen Kroaten haben am Sonntag ein neues Parlament gewählt. Wahlforscher erwarteten ein politisches Erdbeben. Der langjährigen konservativen Regierungspartei HDZ wurde eine erdrutschartige Niederlage vorausgesagt. Damit werde sie vom Wähler für die zahlreichen Korruptionsaffären in den letzten Monaten abgestraft. Dem sozialdemokratischen Oppositionsführer Zoran Milanovic und seiner "Kukuriku-Koalition" wurde ein glänzender Sieg prognostiziert.

Bis zum frühen Mittag betrug die Wahlbeteiligung gut 16 Prozent - etwas weniger als bei der Wahl vor vier Jahren. Jadranka Kosor zeigte sich als Regierungschefin und HDZ-Vorsitzende bei der Stimmabgabe optimistisch, dass ihre Partei trotz aller negativen Vorhersagen doch noch ein halbwegs akzeptables Ergebnis erzielen werde. Milanovic hatte in den vergangenen Tagen die Wähler auf ein striktes Sparprogramm und viel Schweiß eingeschworen, um die katastrophale Wirtschaftslage in den Griff zu bekommen.

Kroatien wird am Freitag in Brüssel den EU-Beitrittsvertrag unterschreiben und im Sommer 2013 das 28. Mitglied der Union werden. Bis dahin stehen dem Land jedoch noch schmerzliche Massenentlassungen zum Beispiel in der abgewirtschafteten Werftindustrie bevor.

cjf/DPA / DPA