Parlamentswahlen im Irak Allawis Wahlbündnis in Führung


Das überkonfessionelle Bündnis Irakija des früheren irakischen Ministerpräsidenten Ijad Allawi ist bei der Auszählung der Parlamentswahl in Führung gegangen.

Nach dem jüngsten Zwischenergebnis der Parlamentswahl vom 7. März hat der säkulare schiitische Ex-Regierungschef mit einem Vorsprung von 9000 Stimmen die Nase leicht vor der schiitischen Rechtsstaats-Allianz des amtierenden Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki.

Die am Dienstag veröffentlichten Resultate basieren auf der Auszählung von 80 Prozent der etwa zwölf Millionen abgegebenen Stimmen. Aus dem Lager Malikis wurden am Mittwoch Manipulationsvorwürfe laut, gegen die sich die unabhängige Wahlkommission verwahrte.

Das Rechtsstaats-Bündnis verlangte eine Nachzählung in Bagdad, wo sein Vorsprung immer mehr zusammenschmolz. Der Allianz lägen Hinweise auf Manipulationen zugunsten eines nicht genannten Konkurrenten vor. Die Unabhängige Wahlkommission wies die Vorwürfe zurück. Die Auszählung sei korrekt verlaufen, die Stimmzettel würden mehrmals überprüft.

Allawi oder Maliki und ihre Blöcke werden zur Bildung der Regierung auf die überwiegend von Schiiten gebildete Irakische Nationalallianz (INA) oder die kurdischen Parteien angewiesen sein. Das Bündnis der beiden kurdischen Parteien liegt in den drei Kurdengebieten in Führung. In der zwischen Arabern und Kurden umstrittenen Öl-Provinz Kirkuk hat dagegen Allawi die Nase leicht vorn.

Experten gehen davon aus, dass die Regierungsbildung Monate dauern wird. Joost Hiltermann von der International Crisis Group verwies darauf, dass der Wahlverlierer sich keinesfalls klaglos seiner Niederlage fügen werde.

Reuters Reuters

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