Libertärer Techinvestor
Peter Thiel zieht es nach Argentinien – zu Javier Milei

Investor Peter Thiel wurde in Deutschland geboren, ist aber in den USA aufgewachsen
Investor Peter Thiel wurde in Deutschland geboren, ist aber in den USA aufgewachsen
© ZUMA Press / Imago Images

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Manche Menschen sammeln Münzen. Der reiche Paypal-Gründer Peter Thiel sammelt dagegen Wohnorte. Damit will er sich vor einer düsteren Zukunft schützen.

Der Milliardär Peter Thiel ist einer der einflussreichsten rechten Vordenker in den USA – nun zieht es ihn offenbar auf die Südhalbkugel. Wie die „New York Times“ (NYT) und die „Financial Times“ (FT) übereinstimmend berichten, kaufte Thiel dort mehrere Grundstücke. Ein Privathaus in einem exklusiven Viertel der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires, und ein Grundstück in Punta del Este, Uruguay. Letzteres ist ein glamouröses Reiseziel am Atlantik, das oft als die „Hamptons Südamerikas“ bezeichnet wird.

Beide Zeitungen berichten, auch Thiels Ehemann Matt Danzeisen sei vor Ort, und die gemeinsamen Töchter seien bereits auf einer Privatschule untergebracht.

Warum das alles? Peter Thiel soll den Berichten zufolge unzufrieden mit dem politischen Kurs der USA sein, insbesondere mit Kalifornien. Dort könnte im November eine Milliardärssteuer verabschiedet werden. Wird sie angenommen, müssten die rund 200 Milliardäre im Bundesstaat fünf Prozent ihres Gesamtvermögens abgeben.

Thiel besitzt ein geschätztes Vermögen von circa 29 Milliarden Dollar – der Plan würde ihn teuer zu stehen kommen.

Peter Thiel hat mehrere Staatsbürgerschaften

Die Hintergründe dürften allerdings nicht nur finanzieller Natur sein. NYT und FT berichten unter Berufung auf vertraute Personen, Thiel habe sich mehrfach mit hochrangigen, argentinischen Politikern getroffen – unter ihnen auch der libertäre Präsident Javier Milei.

Milei, der Mann mit der Kettensäge, legt seit seiner Präsidentschaft genau diese am argentinischen Staat an. Er steht für radikale Reformen, strich unzählige Subventionen und entließ Tausende Staatsbedienstete. Dadurch sank die Inflation in Argentinien massiv – doch viele Argentinier verloren auch ihre Jobs und besitzen noch weniger Geld als vorher.

Der Kurs entspricht Thiels Linie. Das Treffen der beiden Männer bestätigte Milei selbst dem argentinischen Radiosender „Neura“. Es sei ein „wundervolles Treffen“ zwischen zwei „Anarcho-Kapitalisten“ gewesen. „Diese Idee einer  Vermögenssteuer für Superreiche kommt eindeutig von Neid“, sagte Milei dem Sender. „Wir betrachten Steuern als Diebstahl.“

Dazu kommt: Thiel arbeitet an einer postliberalen Weltordnung, glaubt eigenen Angaben nach nicht an die Vereinbarkeit von Demokratie und Freiheit. Er predigt vom Antichristen, ist Großspender der Republikaner und einer der ersten finanziellen Förderer von US-Präsident Donald Trump und Vizepräsident JD Vance. Er malt öffentlich düstere Szenarien von einem dritten atomaren Weltkrieg und der Apokalypse.

Deshalb etabliert er Wohnorte außerhalb der USA, besitzt seit 2011 die neuseeländische Staatsbürgerschaft und beantragte auch die maltesische. Mileis Regierung zufolge soll sich Thiel bisher aber nicht um die argentinische Staatsbürgerschaft bemüht haben.

Das Land begrüße aber potenzielle neue Staatsbürger wie Thiel, sagte Mileis Kabinettschef Manuel Adorni. „Die Milliardäre dieser Welt, die aus Ländern mit immer strengeren Vorschriften und hohen Steuern fliehen wollen, sind in Argentinien, dem neuen Land der Freiheit, herzlich willkommen.“

Quellen:  „New York Times“, „Financial Times“, „NZZ

mkb

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