Philippinen Hunderttausende fliehen vor Taifun "Mitag"


Den Philippinen droht eine Naturkatastrophe riesigen Ausmaßes. Der gigantische Taifun "Mitag" nähert sich mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 210 Stundenkilometern. Bis zu Dreiviertel des Landes werden von gewaltigen Regenmassen betroffen sein. Über 200 000 Menschen sind auf der Flucht.

Die ersten Ausläufer des gefährlichen Taifuns "Mitag" haben die Philippinen erreicht. Vor der Ostküste war der Wellengang derart hoch, dass die Transportbehörden sämtlichen Fährverkehr in der dicht besiedelten Region von Bicol einstellten. Aus Sorge vor heftigen Sturmböen wurden auch die Flüge nach Legazpi City rund 330 Kilometer südöstlichder Hauptstadt Manila gestrichen.

Etwa 200.000 Menschen in der Region des Vulkans Mayon hatten sich schon in Sicherheit gebracht. Das Tiefdruckgebiet ist nach Angaben des Wetteramtes so groß, dass fast alle Provinzen in Mitleidenschaft gezogen werden. "Der Regengürtel ist so breit, dass Dreiviertel des Landes betroffen sind", sagte Sprecher Anthony Golez. "Selbst, wenn dort, wo der Taifun nicht direkt auftrifft, wird es heftige Niederschläge geben."

Die Ruhe vor dem Sturm

"Mitag" wird im Laufe des Samstags an Land erwartet. Das Wetteramt warnte die Menschen, sich von der relativen Ruhe am Freitag nicht täuschen zu lassen. Der Taifun werde immer stärker. Der Gouverneur der Provinz Albay, Jose Ma Salceda, schloss deshalb weitere Evakuierungen nicht aus. "Wir müssen uns beeilen, wenn der Taifun erst da ist, können wir nichts mehr tun. Wir rechnen mit zehn Stunden Unwetter", sagte er.

Der Taifun war über dem warmen Meer immer stärker geworden. Das Wetteramt schätzte die Spitzenwindgeschwindigkeiten im Auge des Sturms inzwischen auf 210 Kilometer pro Stunde.

Behörden bereiten sich auf Katastrophe vor

Bedroht sind insgesamt fünf Provinzen mit 100.000 Einwohnern. Die Behörde für Zivilverteidigung schloss nicht aus, dass weitere vorübergehend in Notunterkünfte gebracht werden müssen. Präsidentin Gloria Macapagal-Arroyo wies Krankenhäuser an, sich mit Medikamenten einzudecken.

Der Katastrophenschutz in den Provinzen wurde gebeten, schwere Räumfahrzeuge in Position zu bringen, um möglicherweise verschüttete Transportwege schnell freischaufeln zu können. Vor knapp einem Jahr waren am Mayon-Vulkan nach tagelangen heftigen Regenfällen mehr als 1000 Menschen bei Erdrutschen ums Leben gekommen.

DPA/AP AP DPA

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