Plünderungen "Antiquitäten waren Milliarden wert"


Antiquitäten und Kunstwerke im Wert von Milliarden von Dollar sind im Nationalmuseum von Bagdad Plünderungen zum Opfer gefallen. Die UNESCO fordert schnelle Schutzmaßnahmen.

Plünderer haben mehrere Tausend Antiquitäten aus dem Irakischen Nationalmuseum in Bagdad geraubt. Das berichtet eine Mitarbeiterin. 170.000, zum Teil jahrtausendealte Antiquitäten, seien entweder geplündert oder zerstört worden, sagte die stellvertretende Museums-Direktorin Nabhal Amin am Samstag der Nachrichtenagentur Reuters. "Sie waren Milliarden von Dollar wert." Weinend blickte sie auf ein Bild der Verwüstung: Glasvitrinen waren eingeschlagen, auf dem Boden lagen Splitter und zertrümmerte Überreste antiker Töpferei. Die Plünderer seien am Freitag auf das Museum losgegangen.

Museum: US-Truppen für Plünderüngen verantwortlich

Verantwortlich für die Plünderung des Museums machte Amin die US-Truppen, die seit Mittwoch Bagdad kontrollieren. Die Soldaten seien nicht auf Gesuche der Museumsmitarbeiter um Schutz vor den Plünderern eingegangen. "Die Amerikaner hätten das Museum schützen sollen. Wenn sie nur einen Panzer und zwei Soldaten (abgestellt) hätten, dann wäre so etwas nie passiert."

Das Museum ist unter anderem berühmt für sein Kollektion von Gegenständen aus der babylonischen Zeit und 5000 Jahre alten beschriebenen Tafeln, die als einige der ältesten Schriftdokumente der Menschheitsgeschichte gelten.

UNESCO fordert Schutzmaßnahmen

Nach den Plünderungen im irakischen Nationalmuseum in Bagdad hat die UNESCO schnelle Schutzmaßnahmen für irakische Kulturgüter gefordert. Die amerikanischen und britischen Behörden sollten "Sofortmaßnahmen" zum Schutz irakischer Kulturgüter ergreifen, sagte der Generaldirektor der UN-Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur, Koichi Matsuura, am Samstag in Paris. Die Sammlungen des Museums gehörten zu den "kostbarsten dieser Welt", die "unbedingt geschützt werden müssen", hieß es in einem Brief Matsuuras an die amerikanische Regierung.


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