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Anti-Porno-Resolutionen: 15 US-Bundesstaaten halten Pornografie für eine öffentliche Gesundheitskrise

Sie schädige "alle Bereiche unserer Gesellschaft": Pornografie ist vom Senat in Arizona zu einer öffentlichen Gesundheitskrise erklärt worden. Und der republikanische Bundesstaat steht mit seinem Anti-Porno-Beschluss nicht allein da.

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Porno-Konsum im Internet: Die Senatoren in Arizona fordern, das "Ausgeliefertsein" gegenüber Pornografie systematisch zu bekämpfen

Der von der republikanischen Partei dominierte Senat des US-Bundesstaates Arizona hat Pornografie zu einer "Krise der öffentlichen Gesundheit" erklärt. Mit 16 zu 13 Stimmen bei einer Stimmenthaltung verabschiedeten die Volksvertreter Anfang dieser Woche eine Resolution, wonach "Pornografie eine sexuell schädliche Umgebung verstetigt, die alle Bereiche unserer Gesellschaft schädigt", wie mehrere US-Medien berichten. Mögliche schädliche Auswirkungen auf Pornonutzer sind dem Papier zufolge "toxisches Sexualverhalten, emotionale, psychische und medizinische Krankheiten und Schwierigkeiten beim Aufbau oder der Pflege intimer Beziehungen".

Resolution sieht kein Pornografie-Verbot vor

"Aufgrund der Fortschritte in der Technologie und der allgemeinen Verfügbarkeit des Internets sind Kinder der Pornografie in alarmierender Weise ausgesetzt, was zu geringem Selbstwertgefühl, Essstörungen und einer Zunahme problematischer sexueller Aktivitäten in immer jüngerem Alter führt", zitiert unter anderem der US-Sender ABC aus der Resolution.

Der weniger als eine Seite umfassende Text sieht den Berichten zufolge kein Verbot von pornografischem Material oder irgendwelche anderen restriktiven Maßnahmen vor. Er dränge den Staat aber dazu, Pornosucht und das Ausgeliefertsein gegenüber Pornografie systematisch zu bekämpfen und "Individuen und Familien über deren schädliche Wirkung aufzuklären".

Pornodarstellerin Stormy Daniels

Arizona ist nicht der einzige US-Bundesstaat, der derartige Schritte unternommen hat. Laut "USA Today" wurde Pornografie in 15 Staaten von mindestens einer Parlamentskammer zu einer öffentlichen Gesundheitskrise erklärt: Arkansas, Arizona, Florida, Idaho, Kansas, Kentucky, Louisiana, Missouri, Montana, Oklahoma, Pennsylvania, South Dakota, Tennessee, Utah und Virginia. Seit 2016 nehme die Zahl solcher Resolutionen zu, schreibt die Zeitung. Viele basierten auf einem Modell des National Center on Sexual Exploitation, einer Anti-Porno-Gruppe, deren Mitglieder argumentieren, dass durch Pornografie bedingte Probleme nicht von Einzelpersonen allein bekämpft werden können.

Emily Rothman, Professorin für Gesundheitswissenschaften an der Universität Boston, überzeugt das nicht: "Wenn du dir den Zeh stößt, könnte das etwas sein, das du nicht selbst lösen kannst, aber das macht es nicht zu einem Problem der öffentlichen Gesundheit", sagte Rothman "USA Today".

Beth Spiby

Quellen: ABC"USA Today", "Arizona Republic"

mad