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Präsidentschafts-Vorwahlen: Obama und Huckabee siegen in Iowa

Der Republikaner Mike Huckabee und der Demokrat Barack Obama haben die erste Vorwahl im Kampf um die US-Präsidentschaft gewonnen. Bei den Demokraten folgten John Edwards und Hillary Rodham Clinton. Huckabee ließ seinen stärksten republikanische Konkurrenten Mitt Romney deutlich hinter sich.

Die ersten Vorwahlen im Rennen um die US-Präsidentschaft haben der demokratische Senator Barack Obama und Mike Huckabee von der republikanischen Partei gewonnen. Huckabee setzte sich bei der parteiinternen Entscheidung im Staat Iowa mit deutlichem Vorsprung gegen seinen Konkurrenten Mick Romney durch, Obama gewann bei den Demokraten klar gegen die Senatorin und ehemalige First Lady Hillary Rodham Clinton und den früheren Senator John Edwards.

Obama, der Senator von Illinois, erzielte rund 38 Prozent der Stimmen. Edwards kam auf den zweiten, Clinton auf den dritten Platz. Auf Huckabee, der bis zum vergangenen Jahr Gouverneur von Arkansas war, entfielen 34 Prozent, ein deutlicher Vorsprung gegenüber Romney, für den sich 25 Prozent aussprachen.

Die ersten steigen aus

Sein Triumph in Iowa zeige, dass die "Zeit für den Wandel gekommen ist", erklärte Obama vor jubelnden Anhängern in Des Moines. Bei einem Sieg bei der Präsidentenwahl im November würde der 46-Jährige der erste schwarze Präsident der USA. Er wolle ein Präsident sein, "der diesen Krieg im Irak beendet und unsere Truppen endlich nach Hause bringt, unser moralisches Ansehen wiederherstellt", sagte Obama. Die frühere First Lady Clinton gratulierte Obama, und Edwards und sprach von einer "großartigen Nacht für die Demokraten". Die hohe Wahlbeteiligung deute auf einen Sieg des demokratischen Kandidaten bei der Präsidentenwahl hin, erklärte Clinton. Für den Machtwechsel im Weißen Haus werde sie sich weiterhin so stark wie möglich engagieren, und sie sei bereit für den weiteren Wahlkampf. Der demokratische Bewerber Chris Dodd zog angesichts seines schlechten Abschneidens seine Kandidatur zurück. Auch Joe Biden wollte seinen Wahlkampf beenden, wie aus seinem Umfeld verlautete.

Huckabee erklärte: "Ich hoffe, wir werden heute Abend für immer die Art und Weise verändern, wie Amerikaner ihr politisches System sehen und wie wir Präsidenten wählen." Sein Konkurrent Romney hatte wesentlich mehr Zeit und Geld in den Wahlkampf in Iowa investiert als seine innerparteilichen Konkurrenten. Romney gab rund sieben Millionen Dollar für Werbespots aus, Huckabee nur 1,4 Millionen. "Menschen sind wirklich wichtiger als der Geldbeutel", sagte Huckabee vor rund 300 Anhängern in einem Hotel in Des Moines dazu.

Startschuss zum Marathonrennen

Die Abstimmungen in Iowa bildeten den Startschuss im Marathonrennen um die Nachfolge von George W. Bush, dabei kommen ihnen als erstem Stimmungstest große Symbolkraft zu: Wer in dem kleinen Mittelweststaat in Führung geht, dessen Kampagne bekommt Aufwind. Schätzungen zufolge beteiligten sich an den Abstimmungen der Demokraten in Iowa trotz klirrender Kälte rund 220.580 Menschen, deutlich mehr als die 124.000 beim letzten Mal. Bei den Republikanern lag die Zahl der Wähler bei schätzungsweise 114.000 gegenüber knapp 88.000 bei der letzten Vorwahl.

Der Vorwahlmarathon zieht sich bis Anfang Juni mit den letzten Abstimmungen in den Staaten New Mexiko und South Dakota hin. Eine Vorentscheidung über die Präsidentschaftskandidaten könnte aber schon am 5. Februar fallen. An diesem sogenannten Superdienstag entscheiden die Wähler in rund der Hälfte der 50 US-Staaten über ihren Favoriten für die Präsidentschaftskandidatur ihrer Partei. Dazu zählen auch New York und Kalifornien. Die Entscheidung fällt dann auf Nominierungsparteitagen, deren Delegierte in den Vorwahlen bestimmt werden: Vom 25. bis 28. August kommen die Demokraten in Denver zusammen, die Republikaner folgen vom 1. bis 4. September in Minneapolis. Die Präsidentenwahl selbst findet am 4. November statt.

Amy Lorentzen/AP / AP