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Privatisierungen sollen es richten Spanien will keine Finanzhilfen der EU


Spanien möchte keine Finanzhilfen der EU beanspruchen. Privatisierungen, unter anderem der Flughäfen, sollen weitere Schulden verhindern.

Spanien erwartet eine deutliche finanzielle Entlastung durch den Verkauf von Staatsbeteiligungen. Die Privatisierungen würden es erlauben, im kommenden Jahr weniger Schulden zu machen als ursprünglich geplant, sagte Wirtschaftsministerin Elena Salgado der "Financial Times" vom Donnerstag. So werde Spanien 2011 lediglich rund 30 bis 31 Milliarden Euro neue Schulden aufnehmen. Die ursprüngliche Schätzung habe bei 45 Milliarden Euro gelegen. Die Regierung in Madrid hatte am Mittwoch angekündigt, knapp ein Drittel der staatlichen Lotterie und bis zu 49 Prozent der Anteile an den Flughäfen des Landes zu verkaufen. Die Airports Madrid und Barcelona sollten zudem in Lizenz von Firmen aus der Privatwirtschaft betrieben werden. Ein Interessent ist der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport.

Spanien leidet nach Eurostat-Angaben unter der höchsten Arbeitslosenquote in der Europäischen Union (EU), einer stagnierenden Wirtschaft und hohen Refinanzierungskosten. An den Finanzmärkten wird spekuliert, das Land könnte nach Griechenland und Irland ebenfalls Hilfen aus dem Rettungsschirm von EU und dem Internationalem Währungsfonds (IWF) benötigen. Dies hat Regierungschef Jose Luis Zapatero wiederholt ausgeschlossen. Die Regierung hatte zuletzt ein Sparpaket über 15 Milliarden Euro aufgelegt. Es sieht unter anderem Lohnkürzungen im öffentlichen Dienst vor.

Die Zahl der registrierten Arbeitslosen stieg im November um 0,6 Prozent auf 4,1 Millionen im Vergleich zum Vormonat, wie das Arbeitsministerium mitteilte. Die Arbeitslosenquote, die nur quartalsweise veröffentlicht wird, lag im dritten Quartal bei 19,8 Prozent. Der Anstieg im November war der vierte in Folge, allerdings war er geringer als zuletzt. Arbeitsministerin Mari Luz Rodriguez sagte deswegen, dies könne ein Hinweis darauf sein, dass sich die Lage normalisiere. Allerdings rechnen Experten damit, dass die Quote im vierten Quartal wieder über 20 Prozent klettern wird.

Reuters Reuters

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