Protest gegen Janukowitsch Demonstranten attackieren Regierungszentrale in Kiew


In den Straßen von Kiew ist es erneut zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen. Demonstranten attackierten die Zentrale von Präsident Viktor Janukowitsch und lieferten sich Krawalle mit der Polizei.

Nach wochenlanger angespannter Ruhe haben sich in Kiew erneut Regierungsgegner und Sicherheitskräfte schwere Straßenschlachten geliefert. Im Marienpark nahe dem Parlament warfen vermummte Demonstranten Steine auf Sicherheitskräfte und schossen Feuerwerkskörper ab. Die Polizei setzte Tränengas ein und feuerte mit Gummigeschossen. Das berichtete der Internetsender hromadske.tv am Dienstag.

In der Gruschewski-Staße zum Regierungsviertel zündeten Demonstranten wieder Reifen an. Ein massives Polizeiaufgebot sicherte das Parlament ab; die Miliz brachte Wasserwerfer in Stellung. Die Regierungsgegner fordern Verfassungsänderungen, um die Vollmachten von Präsident Viktor Janukowitsch zu beschneiden.

Parlamentschef Wladimir Rybak weigerte sich aber, eine entsprechende Initiative auf die Tagesordnung zu setzen. Aus Protest gegen die Entscheidung blockierten Dutzende Oppositionsabgeordnete das Präsidium der Obersten Rada.

Massenamnestie für mehr als 260 Festgenommene

Die Ukraine wird seit Monaten von einem Machtkampf gelähmt. Noch in dieser Woche will Janukowitsch einen Nachfolger für den am 28. Januar zurückgetretenen Regierungschef Nikolai Asarow vorschlagen.

Erst am Vortag war eine Massenamnestie für mehr als 260 Menschen in Kraft getreten, die bei blutigen Straßenschlachten im Januar festgenommen worden waren. Im Gegenzug gaben die Regierungsgegner besetzte Gebäude wie die Stadtverwaltung frei.

Die Oppositionspolitiker Arseni Jazenjuk und Vitali Klitschko hatten am Montag in Berlin mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) die Lage in der Ex-Sowjetrepublik besprochen. Sie fordern vom Westen Sanktionen gegen die Führung um Janukowitsch.

DPA DPA

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