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Proteste in Syrien: Lob von al-Kaida-Chef

Der Nachfolger von Osama bin Laden, Aiman al Sawahiri hat jetzt die syrische Protestbewegung in einem Video gelobt. Die Aktivisten in Syrien riefen unterdessen die Bürger ihrer Nachbarstaaten dazu auf "das Schweigen zu töten".

Der neue al Kaida-Chef Aiman al Sawahiri hat in einem Video die regierungskritischen Proteste in Syrien gelobt. In der Aufzeichnung bezeichnete er die Demonstranten, die gegen Präsident Baschar al Assad auf die Straße gehen, als Glaubenskämpfer und forderte, "dem Angreifer, Unterdrücker, Verräter und Ungläubigen eine Lektion zu erteilen", wie das auf die Überwachung islamistischer Internetseiten spezialisierte US-Unternehmen SITE am Mittwoch berichtete. Zugleich warnte Sawahiri, die US-Regierung wolle Assad durch eine Führung ersetzen, welche "die Revolution und den heiligen Krieg verraten" und "die Interessen Israels vertreten" werde.

Zudem bedauerte Sawahiri, dass er und andere El-Kaida-Anhänger sich nicht an den Protesten beteiligen könnten. Der langjährige Stellvertreter des getöteten al-Kaida-Chefs Osama bin Laden war Mitte Juni offiziell zu dessen Nachfolger an der Spitze des Terrornetzwerks ernannt worden. Zu diesem Zeitpunkt kündigte al Kaida an, auch unter der neuen Führung den "Heiligen Krieg" gegen die USA und Israel fortsetzen zu wollen.

Syrier wenden sich an Nachbarstaaten

Syrische Aktivisten haben unterdessen für diesen Freitag in Internet-Foren zu einem Protest unter dem Motto "Euer Schweigen tötet uns" aufgerufen. Landesweit sollen die Bürger gegen die brutale Unterdrückung der Opposition durch die syrischen Sicherheitskräfte und gegen die Passivität anderer arabischer Länder protestieren. In dem Aufruf, der am Donnerstag veröffentlicht wurde, heißt es: "Wir verurteilen das arabische Schweigen zu den Vorgängen in Syrien."

Immer wieder demonstrieren die Menschen in Syrien freitags gegen das Regime von Präsident Baschar al Assad. Oppositionelle und Demokratieaktivisten sind zunehmend enttäuscht darüber, dass andere arabische Länder und ihre Dachorganisation, die Arabische Liga, nicht entschiedener gegen das Assad-Regime vorgehen.

Bei den Protesten in Syrien kamen bislang mehr als 1400 Zivilisten ums Leben. Mehr als 12.000 weitere wurden festgenommen.

ono/AFP/DPA / DPA