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Putsch in Mali: Soldaten stürzen Präsident Tour

Wegen der "Unsicherheit im Land" und der "Unfähigkeit des Regimes, den Terrorismus zu bekämpfen" haben Soldaten in Mali einen Putsch verübt. Die Verfassung ist bis auf weiteres aufgehoben.

Meuternde Soldaten haben im westafrikanischen Mali nach eigenen Angaben einen Staatsstreich gegen die Regierung verübt und Präsident Amadou Toumani Toure gestürzt. In einer Fernsehansprache sagten die Rebellen, das "Klima der Unsicherheit" im Land und die "Unfähigkeit des Regimes, den Terrorismus zu bekämpfen" habe sie zu dem Putsch bewogen.

Die Verfassung sei bis auf weiteres aufgehoben, erklärte der Sprecher des "Nationalkomitees für die Wiederherstellung der Demokratie und des Staates", Leutnant Amadou Konare.

Zuvor hatten die Soldaten am Mittwoch die Gebäude des staatlichen Rundfunks und Fernsehens und anschließend den Präsidentenpalast in der Hauptstadt Bamako gestürmt.

Präsident hat rechtzeitig das Weite gesucht

Mehrere Minister seien festgenommen worden, berichtete die Webseite "maliactu.net" am Donnerstag. Präsident Toure soll den Palast rechtzeitig verlassen haben und sich in Sicherheit befinden.

Auch in der nördlichen Stadt Gao meuterten Militärs. Sie sollen mehrere hochrangige Offiziere als Geiseln genommen haben. Die Aufständischen werfen der Regierung vor, dass sie nicht genug Waffen für den Kampf gegen die Tuareg-Rebellen im Norden zur Verfügung stelle. In der Hauptstadt Bamako waren Augenzeugen zufolge den ganzen Mittwoch über Schüsse zu hören.

In Mali hätten am 29. April Wahlen angestanden. Toure, der seit 2002 an der Macht ist, konnte laut Verfassung nach zwei Amtszeiten nicht mehr als Kandidat antreten.

kgi/DPA / DPA
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