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Rückkehr aus Nordkorea Rodmans wirre Mission bei Kumpel Kim


Vollmundig kündigte Ex-Basketballer Dennis Rodman an, er wolle sich in Nordkorea für die Freilassung eines inhaftierten US-Bürger einsetzen. Am Ende war ihm Ballsport wichtiger als Politik.

Der ehemalige US-Basketballstar Dennis Rodman hat bei einem weiteren Besuch in Nordkorea erneut Staatschef Kim Jong Un getroffen. Seine persönliche Mission, einen zu langer Haft verurteilten US-Bürger aus dem kommunistischen Land zurück. Wie die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA am Samstag berichtete, überreichte Rodman Kim und dessen Frau ein Geschenk und besuchte mit ihnen ein Basketballspiel. Für seine Freundschaft mit Kim erhielt Rodman in seiner Heimat deutliche Kritik.

Kim habe Rodman "jederzeit" willkommen geheißen, um in Nordkorea "angenehme Tage" zu verbringen, meldete KCNA. Der frühere Profi der Chicago Bulls habe sich revanchiert, indem er sich bei Kim für die "guten Absichten" Nordkoreas "gegenüber den Amerikanern" bedankt habe. Rodman war am Dienstag in der Hauptstadt Pjöngjang eingetroffen.

Rodman hatte im Vorfeld Erwartungen gedämpft, dass er den in Nordkorea inhaftierten US-Geschäftsmann Kenneth Bae mit zurückbringen werde. Die viertägige Visite solle rein sportlicher Natur sein, meldete auch die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Bei einem Zwischenstopp während seiner Rückreise sagte Rodman am Flughafen in Peking lapidar mit Bezug auf Bae: "Es ist nicht meine Aufgabe, ihn zurückzubringen."

Der Diktator - "ein Freund fürs Leben"

Vor einem halben Jahr war der selbsternannte "Bad Boy" zum ersten Mal in Pjöngjang gewesen. Zu diesem Zeitpunkt erreichten die politischen Spannungen aufgrund von Nordkoreas Atomprogramm mit seinem südlichen Nachbarn, den USA und Japan einen Höhepunkt. Nachdem er mit Kim damals ein Basketballspiel angesehen hatte, nannte er den Machthaber einen "Freund fürs Leben". Der Auftritt brachte Rodman in den USA Kritik und Spott ein.

In der vergangenen Woche kündigte Rodman an, er und seine Delegation würden sich womöglich bei Kim für die Freilassung Baes einsetzen. Der 45-jährige Reiseveranstalter sitzt seit zehn Monaten in Nordkorea im Gefängnis. Nach Darstellung Pjöngjangs handelt es sich bei Bae um einen militanten evangelikalen Christen, der die Nordkoreaner zum Sturz der Führung aufwiegeln wollte. Das Regime gewährt offiziell zwar seinen Bürgern die Ausübung von Religion. Allerdings nur wenn dies nicht "zur Infiltration durch äußere Kräfte oder zur Verletzung der staatlichen und gesellschaftlichen Ordnung" missbraucht wird. Das christliche Hilfswerk Open Doors bezeichnete Nordkorea allerdings als einen der gefährlichsten Orte für Christen.

Das Verhältnis zwischen den USA und Nordkorea ist seit langem äußerst gespannt. In der Vergangenheit erreichten hochrangige US-Gesandte, darunter die Ex-Präsidenten Bill Clinton und Jimmy Carter, aber mehrfach die Freilassung inhaftierter US-Bürger.

ono/AFP AFP

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