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Westen gelassen Russische Kriegsschiffe halten im Ärmelkanal Übung ab


Es klingt nach einer neuen Provokation Russlands: Ein Verband russischer Kriegsschiffe hält im Ärmelkanal ein Manöver ab. Der Westen reagiert gelassen. Die Marine spricht von einem normalen Vorgang.

Russische Kriegsschiffe sind einem Agenturbericht zufolge für ein Manöver in den Ärmelkanal eingefahren. Das Geschwader unter Führung des U-Bootjägers Seweromorsk habe die Straße von Calais passiert und befinde sich nun in neutralem Gewässer. Die Angelegenheit wird in Marinekreisen allerdings gelassen beobachtet. "Das ist überhaupt nichts Besonderes und auch keine Provokation, sondern ein ganz normales Verfahren", hieß es am Freitag in Kreisen der Deutschen Marine.

Die staatliche Nachrichtenagentur Ria Nowosti hatte unter Berufung auf die russische Marine über das angebliche Manöver berichtet. Das Geschwader warte in der Seine-Bucht vor der Küste der Normandie ab, bis ein Sturm vorüberziehe, hieße. Die Nato machte zu dem Vorfall bisher keine Angaben.

Nach Darstellung der Marine ist derzeit ein Verband mit drei russischen Fregatten und einem Versorgungsschiff durch den Ärmelkanal unterwegs in den Nordostatlantik. Während der Fahrt würden Übungen abgehalten. Dies sei durchaus üblich und etwas anderes als ein Manöver, das einen größeren Umfang habe. Bei den Anrainerstaaten seien weder ein Manöver noch Schießübungen angemeldet worden.

Der Ärmelkanal zähle wie etwa die Straßen von Gibraltar oder Hormus zu den internationalen Seeschifffahrtsstraßen, die für jeden frei durchfahrbar seien, hieß es weiter. Dies gelte auch für Kriegsschiffe, die dort weder ihre Radaranlagen abschalten noch sich anmelden müssten. Auch dass die russischen Kriegsschiffe in einer Bucht vor der Normandie einen Sturm abwarteten, sei durchaus üblich.

Im Zuge der Ukraine-Krise hatten sowohl die Nato als auch Russland die Anzahl ihrer Manöver in Europa deutlich erhöht. Ende Oktober hatte die Nato ungewöhnlich viele Übungsflüge russischer Kampfjets im internationalen Luftraum gemeldet - unter anderem über Nord- und Ostsee.

dho/Reuters Reuters

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