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Konflikt mit dem Westen: Nato "wachsam" angesichts russischer Luftmanöver

Will Russland mit ungewöhnlichen Manövern provozieren? Angesichts der verstärkten Aktivitäten im europäischen Luftraum betont Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg die Wachsamkeit des Bündnisses.

Ungewöhnliche Manöver über Europa: Russische Kampfjets während einer Demonstration bei Moskau

Ungewöhnliche Manöver über Europa: Russische Kampfjets während einer Demonstration bei Moskau

Angesichts verstärkter russischer Aktivitäten im europäischen Luftraum hat Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg die Wachsamkeit des Bündnisses betont. "Die Nato ist stark, sie bleibt wachsam", sagte Stoltenberg bei einem Besuch in Athen. "Diese Stärke ist unsere Antwort."

Am Mittwoch hatte die Allianz von "umfangreichen" russischen Luftmanövern mit Langstreckenbombern, Kampfjets und Tankflugzeugen berichtet. Am Dienstag und Mittwoch seien vier Verbände mit insgesamt 26 russischen Kampfflugzeugen abgefangen worden. An den Abfangmanövern waren auch deutsche Eurofighter beteiligt.

Die russischen Manöver hätten über der Ostsee, der Nordsee und dem Schwarzen Meer stattgefunden. Unter den Langstreckenbombern seien auch Maschinen vom Typ TU-95 gewesen, die bei Bedarf mit Nuklearwaffen bestückt werden können, hieß es bei der Nato.

Acht russische Jets über der Nordsee

Die russischen Flugzeuge wurden demnach während der gesamten Dauer ihrer Flüge von Kampfjets verschiedener Nato-Staaten begleitet und von der Nato-Luftraumüberwachung am Boden verfolgt.

In der Nacht zum Mittwoch stiegen zunächst türkische Kampfflugzeuge auf, um je zwei russische Kampfflugzeuge und zwei Bomber über dem Schwarzen Meer abzufangen. Am Nachmittag bewegte sich zudem eine Flotte von mindestens sieben russischen Flugzeugen über der Ostsee, wo im Rahmen der gemeinsamen Luftraumüberwachung portugiesische Flugzeuge aufstiegen, um die Gruppe abzufangen.

Ebenfalls am Mittwoch sorgte eine Gruppe von acht russischen Flugzeugen über der Nordsee für Unruhe. Seitens der Nato begleiteten norwegische, britische und portugiesische Kampfflugzeuge den Verband entlang der norwegischen Küste teilweise bis nach Portugal.

In mehr als 100 Fällen russische Flugzeuge abgefangen

Die Flüge waren von der russischen Luftwaffe nicht angemeldet worden. Es gab auch keinen Funkkontakt sowie keine Transponder-Signale, um die Flüge für die zivile Luftraumüberwachung sichtbar zu machen.

Deutsche Eurofighter-Typhoon-Maschinen stiegen bereits am Dienstag zu einem Abfangmanöver über dem Finnischen Meerbusen auf. Sie gehören zu einem baltischen Luftüberwachungsverband. Flugzeuge aus Schweden und Finnland, die nicht zur Nato gehören, beteiligten sich demnach am Abfangen der russischen Flieger. Die Flüge waren zwar angemeldet und auf zivilen Radars erkenntlich, allerdings war kein Funkkontakt möglich. Nach Nato-Angaben wurden seit Jahresbeginn in mehr als 100 Fällen russische Flugzeuge abgefangen, was rund drei mal mehr sei als noch 2013.

Die Entsendung von Kampfjets ist ein Standardverfahren, wenn sich nicht identifizierte Flugzeuge dem Nato-Luftraum nähern. Anfang Oktober hatte ein Nato-Vertreter die erhöhten russischen Luftraumaktivitäten damit erklärt, dass Russland die Verteidigung der Nato-Staaten testen wolle. Mit Blick auf den Konflikt zwischen dem Westen und Russland über die territoriale Integrität der Ukraine hatte die Nato die gemeinsame Luftraumüberwachung an ihrer Grenze zu Russland schon vor Monaten verstärkt.

mka/AFP / AFP