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Region Woronesch Russische Truppen nur 250 Kilometer vor ukrainischen Grenze zusammengezogen – Kreml droht mit militärischem Eingreifen

Aufnahmen aus sozialen Netzwerken, die die Bewegung russischer Truppen in die Region Woronosch zeigen 
Aufnahmen aus sozialen Netzwerken, die die Bewegung russischer Truppen in die Region Woronosch zeigen 
© Screenshot CIT
Russland hat nach US-Angaben an der Grenze zur Ukraine eine so starke Truppenpräsenz aufgebaut wie zuletzt seit Beginn des Konflikts vor sieben Jahren. Vor allem die Verlegung in die Region Woronesch wirft Fragen auf. –

Die Verlegung von russischen Truppen an die russisch-ukrainische Grenze schürt die Angst vor einer Eskalation des Konflikts zwischen der Ukraine und den pro-russischen Separatisten im Osten des Landes. Nach Angaben der Organisation Conflict Intelligence Team (CIT) sind russische Truppen nur 250 Kilometer vor der Grenze in der Region Woronesch zusammengezogen worden. 

Dabei verweisen die Aktivisten, die sich der Beobachtung von russischen Truppen in dieser Region verschrieben haben, auf Foto- und Videoaufnahmen, die den Transport von Militärtechnik zeigen. Demnach sei militärische Ausrüstung an zwei Stationen in der Region entladen worden, um weiter in Richtung des Übungsgeländes in Pogonowo verfrachtet zu werden.

Satellitenbilder stützen den Bericht von CIT. Sie zeigen, dass im Zeitraum vom Ende März bis Anfang April Hunderte Einheiten militärischer Ausrüstung auf dem Testgelände angekommen sind. 

Besondere Sorge erregt der Zustand, dass die Region Woronesch nicht an die selbst ernannten Separatisten-Republiken grenzt, sondern an den von der Ukraine kontrollierten Teil der Region Luhansk. Dies deute auf einen "offensiven" Charakter der Truppenbewegung hin. Gleichzeitig betont CIT, dass man keine Anzeichen dafür sehe, dass sich russische Truppen direkt auf eine Invasion in der Ukraine vorbereiten.

Russland drohte jedoch unterdessen mit einem militärischen Eingreifen zum angeblichen Schutz seiner Staatsbürger. Im Falle eines Aufflammens von Kampfhandlungen werde Russland einer möglichen "menschlichen Katastrophe" nicht tatenlos zuschauen, erklärte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitag in Moskau der Agentur Interfax zufolge. Er gestand ein, dass es eine Konzentration russischer Truppen in der Region gebe, weil es um die Sicherheit des Landes gehe. "Wir stellen jetzt eine beispiellose Eskalation der Spannungen fest. Das löst Besorgnis aus", behauptete Peskow. Die weitere Entwicklung werde darüber entscheiden, welche Maßnahmen Russland ergreife, "um seine Sicherheit zu gewährleisten."

Stärkste russische Truppenpräsenz seit 2014 

Der kriegerische Konflikt zwischen der ukrainischen Armee und den pro-russischen Kämpfern verschärfte sich in den vergangenen Wochen. Anders als etwa 2014 wird in Russland jedoch kein Geheimnis aus den neuerlichen Truppenverlegungen gemacht. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte die Nato auf, den Beitritt seines Landes zu der Militärallianz voranzutreiben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu einem Abbau der russischen "Truppenverstärkungen" aufgefordert. Dies sei erforderlich, um "eine Deeskalation der Lage zu erreichen", sagte Merkel am Donnerstag in einem Telefonat mit dem Kreml-Chef. 

Nach Angaben der USA hat Russland an der Grenze eine so starke Truppenpräsenz aufgebaut, wie seit Beginn des Konflikts in der Region vor sieben Jahren nicht mehr. "Russland hat jetzt mehr Soldaten an der Grenze zur Ukraine als zu jedem anderen Zeitpunkt seit 2014", sagte die Sprecherin von Präsident Joe Biden, Jen Psaki, am Donnerstag vor Journalisten. Die USA seien "zunehmend besorgt" über "eskalierende russische Aggressionen in der Ostukraine".

ivi

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