Saddam-Töchter Asyl in Amman


Raghad und Rana, die beiden Töchter des gestürzten Diktators Saddam Hussein, befinden sich in Jordanien. Ihnen sei aus "rein humanitären Erwägungen" Asyl gewährt worden.

Jordanien hat zwei der drei Töchter des entmachteten irakischen Präsidenten Saddam Hussein Asyl gewährt. Sie trafen am Donnerstag mit ihren neun Kindern in der Hauptstadt Amman ein, wo sie unter staatlichen Schutz gestellt wurden. Wie Informationsminister Nabil al Scharif mitteilte, wurden sie von König Abdullah aus "rein humanitären Gründen" aufgenommen. Bei den Töchtern handelt es sich um Raghad und Rana. Ihre beiden Brüder Udai und Kusai waren vergangene Woche von amerikanischen Soldaten bei einem Feuergefecht in Mosul getötet worden.

Mit Mutter in Bagdad

Die beiden Frauen hatten sich nach dem Sturz ihres Vaters am 9. April im Irak versteckt gehalten, nach Angaben arabischer Medien lebten sie vor ihrer Flucht nach Jordanien gemeinsam mit ihrer Mutter, der ersten Frau Saddam Husseins, und ihrer jüngeren Schwester Hala in einer Wohnung in Bagdad. Nach jordanischen Angaben hat sich ein Vermittler in Amman für die beiden Frauen eingesetzt. Der irakische Kurdenführer Dschalal Talabani hatte vor einigen Wochen erklärt, er sei bereit, ihnen zu helfen.

1995 verweigerte Jordanien die Aufnahme

Rana und Raghad waren 1995 bereits einmal nach Jordanien geflohen. Damals begleiteten sie ihre Ehemänner, die beide aus dem Familienclan Saddam Husseins stammten und einst hohe Posten in Militär und Geheimdienst bekleideten. Jordanien weigerte sich damals die beiden, die in Amman geheime Details über Saddams Waffenprogramm veröffentlichten, an Bagdad auszuliefern. Wenig später fielen sie jedoch auf ein Amnestie-Versprechen des Präsidenten herein und kehrten mit ihren Frauen nach Bagdad zurück, wo sie sofort getötet wurden.

DPA

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