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Seltsame Frage Sanna Marin besucht Jacinda Ardern – weil beide Frauen und jung sind? Sie kontern deutlich

Sanna Marin und Jacinda Ardern geben sich die Hand
Sanna Marin, Ministerpräsidentin von Finnland, zu Besuch bei ihrer neuseeländischen Amtskollegin
© Dave Rowland / Getty Images
Die finnische Ministerpräsidentin Sanna Marin ist zu Besuch in Neuseeland. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Amtskollegin Jacinda Ardern kam die Frage auf, ob das Treffen mit ihrem Alter und ihrem Geschlecht zu tun habe. Der Konter auf eine seltsame Frage sitzt. 

Es war eine merkwürdige Frage, die Sanna Marin und Jacinda Ardern da zu hören bekamen. Die finnische Ministerpräsidentin besucht in diesen Tagen ihre neuseeländische Amtskollegin. Zum ersten Mal kommen die beiden für ein persönliches Gespräch in Neuseeland zusammen.

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Mittwoch suggerierte ein Journalist, die beiden hätten sich getroffen, weil sie ein ähnliches Alter "und viele Gemeinsamkeiten" hätten. Der Reporter möchte wissen, ob das der einzige Grund sei, oder ob "die Kiwis" tatsächlich erwarten dürften, dass es in Zukunft mehr Geschäftsbeziehungen zwischen den beiden Ländern geben werde. 

Sanna Marin: "Wir treffen uns, weil wir Ministerpräsidentinnen sind"

In einem Video der Pressekonferenz hält die Kamera während der Frage auf Ardern, die den Mund leicht verzieht und den Kopf ungläubig schief legt. Ihr ist die Irritation deutlich anzusehen. Ihre Antwort folgt prompt und sie fällt deutlich aus: "Ich frage mich, ob jemals jemand Barack Obama und John Key gefragt hat, ob sie sich getroffen haben, weil sie im gleichen Alter sind." Ein Verweis auf ihren Vorgänger und den ehemaligen US-Präsidenten – beides Männer.

Es gebe einen höheren Anteil an Männern in der Politik, das sei die Realität, so Ardern weiter. Wenn sich zwei Frauen treffen, sei das aber nicht nur wegen ihres Geschlechts. Marin pflichtete ihr bei und sagte: "Wir treffen uns, weil wir Ministerpräsidentinnen sind." Wie das Menschen in diesem Amt nun mal machen – ganz gleich welchen Geschlechts und Alters.

Die beiden Regierungschefinnen bekräftigten die herzlichen und exzellenten Beziehungen ihrer beiden Ländern. Laut Medienberichten kündigten sie an, diese Beziehungen künftig zu vertiefen, sowie Handelsmöglichkeiten und das Engagement für die Bekämpfung des Klimawandels zu fördern.

Der "Guardian" zitiert die neuseeländische Premierministern Ardern mit den Worten: "Unsere Länder sind sich in unglaublich wichtigen Fragen einig. Wir teilen ein starkes Engagement für demokratische Werte als Grundlage für offene, tolerante, widerstandsfähige und gleichberechtigte Gesellschaften sowie für den Multilateralismus und eine auf Regeln basierende Ordnung, die seit 1945 die Grundlage für Frieden und Wohlstand in der Welt bilden."

Ein Thema beim Besuch Marins in Neuseeland ist auch der Krieg in der Ukraine. Kriegstreiber Russland ist der direkte Nachbar Finnlands. 1300 Kilometer Grenze verbinden die beiden Länder. Der Krieg gehe Finnland sehr nahe, sagte Marin laut "Guardian". Ihr Land bemüht sich gerade um eine Aufnahme in das Verteidigungsbündnis Nato. Marins klares Ziel für den Krieg und die Ukraine: "Wir müssen dafür sorgen, dass sie gewinnen". Noch bis Donnerstag wird die finnische Ministerpräsidentin in Neuseeland bleiben. 

Sanna Marin und Jacinda Marin sind als Frauen in bedeutenden Positionen immer wieder Hass ausgesetzt. In Neuseeland war ein Mann zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden, weil er Morddrohungen an die Premierministerin geschickt hatte. Das Urteil wurde kürzlich aufgehoben. Mehr dazu, erfahren Sie hier

Quellen: The Guardian, ABC

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