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Saudi-Arabien: Al Kaida bekennt sich zu Angriff auf Ölraffinerie

Die zwei Selbstmordattentäter, die versucht hatten, die Ölraffinerie Abkaik in Saudi-Arabien anzugreifen, gehörten zu Al Kaida. Obwohl der Anschlag vereitelt wurde, hatte er Auswirkungen auf den Ölpreis.

Das Terrornetzwerk al Kaida hat sich zum fehlgeschlagenen Anschlag auf die Erdölraffinerie Abkaik im Osten von Saudi-Arabien bekannt. Bei dem von Sicherheitsleuten vereitelten Anschlag - dem ersten Versuch von Terroristen, eine große Erdölanlage im Öl-Königreich anzugreifen - waren am Freitag beide Attentäter ums Leben gekommen, als sie sich mit ihren Autos an einem äußeren Eingang der Raffinerie selbst in die Luft sprengten. Wie das saudische Innenministerium bestätigte, erlagen zwei Sicherheitsleute ihren schweren Verletzungen, die sie bei dem Angriff erlitten hatten.

Die Bekennerbotschaft wurde in der Nacht zum Samstag auf einer einschlägig bekannten Internetseite veröffentlicht. Ihre Echtheit konnte zunächst nicht überprüft werden. Die Gruppe bezeichnete sich selbst darin als "Al Kaida auf der arabischen Halbinsel". Al-Kaida-Führer Osama bin Laden stammt aus Saudi-Arabien.

Auswirkungen auf den Ölpreis

Der vereitelte Anschlag hatte vor allem psychologische Folgen. An der New Yorker Warenterminbörse Nymex schoss der Preis für leichtes US-Öl der Sorte WTI zur April-Auslieferung zum Wochenschluss massiv um 3,9 Prozent auf 62,91 Dollar je Barrel (je 159 Liter) in die Höhe. In London verteuerte sich Rohöl um 3,4 Prozent auf 62,60 Dollar.

Der Schaden am Schauplatz der Explosionen, der gut anderthalb Kilometer von den Erdölverarbeitungsanlagen entfernt lag, war jedoch gering. In einem Labor, das zur Raffinerie gehört, brach ein kleiner Brand aus, der rasch unter Kontrolle gebracht werden konnte. Auf die Erdöl- und Erdgasproduktion und -verarbeitung habe sich die Gewalttat nicht ausgewirkt, erklärte der saudische Erdölminister Ali Ibrahim al-Naimi.

Abkaik wichtigste Sammelstelle

< Saudi-Arabien ist der weltgrößte Ölproduzent. Abkaik ist nach Darstellung von Ölfachleuten die wichtigste Sammelstelle für saudisches Öl. Dort wird es für den Export bearbeitet. Al-Kaida-Terroristen hatten in Saudi-Arabien bisher Bombenanschläge gegen Ausländerwohnheime oder Unternehmenszentralen von Ölunternehmen, nicht aber gegen Ölanlagen selbst ausgeführt. Seit mehr als einem Jahr hatte es keinen größeren Anschlag mehr gegeben.

Sicherheitsexperten werteten den Fehlschlag des Angriffs auf die Abkaik-Raffinerie als Zeichen dafür, dass die Erdöl-Infrastruktur gut geschützt ist. "Die Aussicht, dass eine Attacke gegen eine solche Einrichtung gelingen könnte, ist äußerst gering", zitierte die in Dschidda erscheinende englischsprachige Tageszeitung "Arab News" am Samstag den saudischen Sicherheitsberater Nawaf Obaid.